Ö1-Schwerpunkt zum 25. Todestag von Thomas Bernhard von 3. bis 10.2.

TV-Doku "Das war Thomas Bernhard" in ORF 2, ORF III und 3sat

Wien (OTS) - Vor 25 Jahren, am 12. Februar 1989, verstarb Thomas Bernhard, der seiner Heimat stets in tiefer Hassliebe verbunden war. Österreich 1 würdigt den Schriftsteller in sechs Sendungen: "Gedanken für den Tag" (3. bis 8.2., 6.56 Uhr), "Betrifft: Geschichte" (3. bis 7.2., 17.55 Uhr), "Hörspiel-Galerie" (8.2., 14.00 Uhr), "Du holde Kunst" (9.2., 8.15 Uhr), "Ex libris" (9.2., 16.00 Uhr) und "Konzert am Vormittag" (10.2., 10.05 Uhr). Die Dokumentation "Das war Thomas Bernhard" ist am 3.2. im "Kulturmontag" (22.30 Uhr) in ORF 2 zu sehen, am 16.2. (12.00 Uhr) in voller Länge in 3sat.

Bevor Thomas Bernhard mit Romanen und Theaterstücken berühmt wurde, schrieb er Gedichte. Einige haben die Form von Gebeten, die Gott ihre Wut, Verzweiflung und Trauer entgegen schreien. Unter dem Titel "Ich will meinen Kampf beten" setzt sich Literaturkritiker Cornelius Hell mit von Cornelius Obonya gelesenen Bernhard-Gedichten auseinander - zu hören in den "Gedanken für den Tag" von Montag, den 3. bis Samstag, den 8.2. (6.56 Uhr).

Thomas Bernhard ist immer noch einer der meist diskutierten, meist debattierten Schriftsteller der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Heute ist er, der einst die Gemüter entzweite, ein moderner Klassiker. Viele seiner Feinde mutierten nach seinem Tod zu Freunden, Anhängern und Verehrern. Und es steht darüber hinaus fest, dass das Werk dieses Ohlsdorfer Dichters einen über die Maßen erstaunlichen Prozess durchlaufen hat: Auch zweieinhalb Jahrzehnte nach seinem Tod lebt Thomas Bernhard - wirkungsgeschichtlich betrachtet - "munter" weiter. "Der Skandalmacher. Thomas Bernhard und die öffentliche Erregung" ist Thema von "Betrifft: Geschichte" von Montag, den 3. bis Freitag, den 7.2. (17.55 Uhr): Theater-, Film- und Medienwissenschafterin Hilde Haider lässt markante Eckdaten der Schriftsteller-Biografie Revue passieren.

In der "Hörspiel-Galerie" steht am Samstag, den 8.2. (14.00 Uhr) die Geschichte eines "künstlerischen Abendessens" in Wien auf dem Programm: "Holzfällen (Der Auftritt des Burgschauspielers)" von Thomas Bernhard, das vom Ö1-Publikum zum Hörspiel des Jahres 2004 gewählt wurde. Regisseur Ulrich Gerhardt konzentriert sich in seiner Hörspielfassung von Bernhards Roman "Holzfällen. Eine Erregung" vor allem auf den Auftritt des Burgschauspielers und die entsprechenden Reflexionen des Erzählers; Studentinnen und Studenten des Wiener Max-Reinhardt-Seminars nutzen den Text als Experimentierfeld für nicht-identifikatives Sprechen.

"Die späten Nächte fürcht' ich" - Gedichte von Thomas Bernhard liest Hans-Michael Rehberg in "Du holde Kunst" am Sonntag, den 9.2. (8.15 Uhr). Um 16.00 Uhr folgt in "Ex libris" (16.00 Uhr) ein Gespräch mit Martin Huber, Mitherausgeber der Thomas-Bernhard-Werkausgabe im Suhrkamp Verlag, sowie eine Besprechung von Alexander Schimmelbuschs Roman "Die Murau Identität". Mit einem "Konzert am Vormittag" endet der Ö1-Schwerpunkt am Montag, den 10.2. (10.05 Uhr): Peter Simonischek liest aus Thomas Bernhards "Meine Preise", für einen musikalischen Rahmen mit Franz Drda, Fritz Kreisler u.a. sorgen Franz Bartolomey am Violoncello und Cornelia Herrmann am Klavier. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter oe1.ORF.at.

Im ORF-Shop und gut sortierten Fachhandel ist die Ö1-Doppel-CD "Thomas Bernhard 1931-1989" erhältlich: mit einem "Tonspuren"-Porträt, in dem Freunde, Kritiker, Verleger, Wegbegleiter Thomas Bernhards zu Wort kommen sowie sehr raren Aufnahmen des Schriftstellers. Die CD kostet 21,70 Euro. Details sind abrufbar unter shop.ORF.at.

Dokumentation "Das war Thomas Bernhard" im TV

Der "Kulturmontag" bringt am 3.2. um 22.30 Uhr in ORF 2 die Doku "Das war Thomas Bernhard": Österreichs "bestgehasster Dichter" in legendären Fernsehdokumenten, von der ersten Aufnahme 1967 bis zu seinem letzten Auftritt nach der umstrittenen "Heldenplatz"-Premiere im Jahr 1988 - streitbar, genial, unbestechlich! Über keinen Dramatiker hat sich Österreich derart echauffiert wie über Thomas Bernhard. Sein Drama "Heldenplatz" wurde von vielen als nationale Beleidigung empfunden, von anderen als wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte. Bernhard und Österreich - das war immer eine sehr schwierige Beziehung, auch noch posthum, als der Schriftsteller testamentarisch die Aufführung seiner Werke in diesem Land blockierte. Neben einzigartigen Archivaufnahmen zeigt die von Krista Fleischmann gestaltete rund 35-minütige Dokumentation auch TV-Interviews von Thomas Bernhard, die zu den beeindruckendsten Selbstzeugnissen einer Künstlerpersönlichkeit zählen. Seine Ansichten über Gott und die Welt, seine Vorstellungen von Leben und Sterben, seine Gedanken zu Literatur und Theater zeugten von einer radikalen Tiefe und schonungslosen Offenheit. Vor der Kamera zeigte sich Bernhard aber auch als ein witzig-ironischer und charmant-überlegener Gesprächspartner. Die Doku wird auch am Sonntag, den 9.2. in der "matinee" um 9.50 Uhr in ORF 2 und dann um 13.45 Uhr in ORF III gezeigt. Außerdem zu sehen ist sie in Originallänge, ca. 50 Minuten, unter dem Titel "Das war Thomas Bernhard - Fernsehdokumente 1967 -1988" am Sonntag, den 16.2. um 12.00 Uhr in 3sat.

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