TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Ein Minister schafft an", von Peter Nindler, Ausgabe vom 26. Jänner 2014

Der neue Landwirtschafts-minister gibt die Richtung vor. Bei den Almen fordert er indirekt ein Fehlereinge-ständnis der Kammern.

Innsbruck (OTS) - Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat ein Tabu gebrochen und offen die Landwirtschaftskammern kritisiert.

Der neue Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat inhaltlich einen Blitzstart hingelegt. Im zuletzt veröffentlichten Vertrauensindex der Austria Presseagentur ist er der ÖVP-Minister mit dem größten Vertrauen in der Bevölkerung. Rupprechter vermittelt in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass da einer etwas politisch anpackt und entscheiden will. Und der Brandenberger hält mit seinem Amtsverständnis nicht hinterm Berg. Er schaffe im Landwirtschaftsministerium an, teilte er gestern den Funktionären beim Bundesbauernrat in Alpbach mit. Doch er wollte den stets zusammenhaltenden ÖVP-Bauernbündlern nicht nur sagen, dass er der Chef im Landwirtshaftsministerium ist, was sich mittlerweile ohnehin herumgesprochen hat. Nein, die Botschaft war noch deutlicher. Rupprechter hat den Bauernbundspitzen erklärt, dass er bei ihnen ebenfalls anschafft - vor allem in den von ihnen geführten Landwirtschaftskammern. Der Minister gibt die Linie vor, das bisher praktizierte Gleichgewicht zwischen Ministerium, Kammern und Bauernbund gehört der Vergangenheit an. Denn zu oft führte diese Politik zu Blockaden wie zuletzt bei den Almflächen. Rupprechter will diesen Eiertanz nicht länger akzeptieren.
Ohne es wörtlich zu sagen, fordert er bei den falsch geschätzten Almfutterflächen ein Fehler-
eingeständnis der Bauernkammer. Ihre Mitarbeiter haben hier Behördenfunktion übernommen. Was noch schwerer wiegt: Sie haben einerseits die Bauern bei den Förderungen beraten, zum anderen waren sie Behörde bei den Flächenfeststellungen. Die Landwirte hielten sich an die Vorgaben der Kammern, die offenbar falsch waren. Das endlich offen anzusprechen, ist Voraussetzung für eine längst überfällige Lösung.

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