Österreichischer Filmpreis: Ein "Filmasylant aus Deutschland" machte das Rennen

Regisseur Hüseyin Tabak und die Produktionsfirma DOR-Film gewannen in vier Kategorien - darunter den Preis für den besten Spielfilm

Wien (OTS/PWK036) - Gratulation an die Akademie des Österreichischen Films: Mit 28 Nominierungen in 12 Kategorien konnte bei der zum vierten Mal stattfindenden Österreichischen Film-Gala der Akademie des Österreichischen Films beeindruckend präsentiert werden, wie vielfältig das österreichische Filmschaffen ist. Die Preisverleihung machte durch die verschiedenen Preiskategorien von Maske bis Musik deutlich, wie viele künstlerische Einzelleistungen am Gesamtkunstwerk Film beteiligt sind.

Unter viel Beifall fand die erfrischend unterhaltsam von Karl Markovics präsentierte Gala über Einladung des niederösterreichischen Landeshauptmannes in Grafenegg statt. Der Regisseur Hüseyin Tabak -nach Selbstbezeichnung "Filmasylant aus Deutschland" - und die Produktionsfirma Dor-Film (Danny Krausz, Kurt Stocker, Milan Dor) ernteten für den Film "Deine Schönheit ist nichts wert" nicht nur den Hauptpreis als bester Spielfilm, sondern auch Preise in den Kategorien Regie, Musik und Drehbuch.

Mit je drei Auszeichnungen folgten Marvin Krens Alpenhorror "Blutgletscher" sowie Gustav Deutsch und Hanna Schimeks bemerkenswertes "Shirley - Visions of Reality". Die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm erhielt Paul-Julien Robert für "Meine keine Familie", eine Aufarbeitung seiner Jugend in der Mühl-Kommune. Maria Hofstätter wurde unter großem Applaus für ihre Ausnahmeleistung als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet (in Ulrichs Seidls "Paradies Glaube").

Kritik an Sparmaßnahmen des ORF
Selbstverständlich bot die Gala auch den anwesenden Vertretern der Politik - unter anderem der neue Kanzleramtsminister Josef Ostermayer und NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll - sowie der ORF-Spitze Raum. Dass die positiven Äußerungen des neuen Kanzleramtsministers Ostermayer (Zitat: "Ich werde mich jedenfalls in meiner neuen Funktion mit aller Kraft und Begeisterung für eine Stärkung des österreichischen Filmschaffens einsetzen") wohl bald einer Bestätigung harren, dazu gaben auch die durchaus deutlichen Äußerungen von der Bühne Anlass. Gleich zum Auftakt brachten Ursula Strauss und Stefan Ruzowitzky in ihrer Antrittsrede die aktuelle Kürzung des ORF-Film-Fernseh-Abkommens auf 50 % (von 8 Mio. auf 4 Mio. Euro) auf das Tapet. Viele Künstler, darunter auch Regie-Gewinner Hüseyin Tabak, nahmen ihre Dankesreden auch zum Anlass, die aus den Sparmaßnahmen des ORF resultierenden dramatischen Auswirkungen auf die österreichische Filmkultur zu beklagen. Nach der beeindruckenden Präsentation der Bandbreite österreichischen Filmschaffens ist daher die Politik - insbesondere das Engagement des neuen Kanzleramtsministers - besonders gefragt, den Worten gerade in Bezug auf die Sparrealitäten des ORF auch Taten folgen zu lassen.

"Der ORF ist der wichtigste Finanzierungspartner für die österreichische Filmwirtschaft. Immerhin sind 7 der 12 ausgezeichneten Filme vom ORF kofinanziert," so Univ.Prof. Danny Krausz, Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Umso unverständlicher sei es, wenn dem österreichischen Film nahezu gleichzeitig mit dem österreichischen Filmpreis der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Die Ankündigung, das Budget des Film-Fernseh-Abkommens 2014 zu halbieren, sei auch ein Affront gegen die Absichten der Bundesregierung. Im Regierungsabkommen ist die gesetzliche Finanzierung des Film-Fernseh-Abkommens mit mindestens dem bisherigen Budget (8 Mio. Euro) als Zusage enthalten. Nicht nur diesbezüglich müsse schnellstens eine politische Lösung gefunden werden. Das Film-Fernseh-Abkommen entspricht letztlich 7 % des nötigen Vergabevolumens der heimischen Branche durch den ORF, das jetzt insgesamt um 30 % im Budgetvorschlag gekürzt wurde. Das sei nicht verkraftbar. (KR)

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