Brunner zu Nagl Vorstoß: Freiwilliger Autoverzicht wird Feinstaubproblem in Graz nicht lösen

Grüne für Einführung einer Umweltzone

Wien (OTS) - "Ein freiwilliger Autoverzicht samt Gewinnspiel wird nicht ausreichend sein, um das Feinstaubproblem in Graz in den Griff zu bekommen", reagiert die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, auf die heute von Bürgermeister Nagl vorgestellte Aktion.

"Ich freue mich aber über die späte Einsicht Nagls, dass Maßnahmen zur Verringerung des Autoverkehrs wichtig sind, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Nach Jahren des Stillstands ist Nagl offenbar aus seinem Umwelt-Tiefschlaf erwacht, auch wenn die Vorschläge noch ziemlichen Nachbesserungsbedarf benötigen", sagt Brunner. "Durch eine verantwortungslose und populistische Politik wurde leider schon viel Zeit vergeudet. Hätte Nagl nicht plötzlich Angst vor der Einrichtung einer Umweltzone bekommen, wären wir schon viel weiter", meint Brunner.

"Ein freiwilliger Autoverzicht ohne behördliche Kontrollen ist eine Einladung zum Trittbrettfahrertum. Ich halte die Verordnung einer Umweltzone immer noch für die effektivste Methode, die Feinstaubwerte in Graz langfristig auf ein gesundheitsverträgliches Niveau zu bringen", hält Brunner fest und erinnert in diesem Zusammenhang an Erfahrungen aus Deutschland, wo sich Umweltzonen in der Praxis bewährt haben.

"Die jetzige Grazer Umweltstadträtin und vormalige Vizebürgermeisterin Lisa Rücker drängt seit Jahren auf wirkungsvolle Maßnahmen im Verkehrsbereich und wurde von Nagl immer ausgebremst. Dabei wäre ein entschlossenes Vorgehen in der steirischen Landeshauptstadt besonders wichtig: Mit 45 Feinstaubüberschreitungstagen im Jahr 2013 war Graz nicht nur wieder an der Spitze der österreichischen Feinstaubtabelle (siehe
http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/luft/luftguete_aktuell/
ueberschreitungen/ueberschreitungen_2013/) , sondern liegt auch klar über den österreichischen und europäischen Grenzwerten von 25 beziehungsweise 35 erlaubten Tagen. Da wird die von Nagl erhoffte drei bis fünfprozentige Reduktion nicht ausreichend sein. Und damit drohen Österreich weiterhin EU-Strafen in Millionenhöhe", erinnert Brunner an das laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich.

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