Stronach/ Franz: Drastischer Anstieg bei Spitalsinfektionen durch übermäßigen Antibiotikakonsum

"Absicherungsmedizin" führt zu übereilter und oft unnötiger Gabe von Antibiotika

Wien (OTS) - "Der im EU-Durchschnitt hohe Wert bei den Spitalsinfektionen in Österreich ist in erster Linie auf die wachsende Antibiotikaresistenz zurückzuführen", kommentiert der Arzt und Team Stronach Gesundheitssprecher Dr. Marcus Franz seine Anfragebeantwortung durch den Gesundheitsminister. So stiegen die gemeldeten Fälle von 186 im Jahr 2012 auf 271 im vergangenen Jahr. Grund dafür sei laut Franz, dass "die österreichische Bevölkerung dazu erzogen wurde, auch bei einfachen Infekten Antibiotika zu verlangen".

Die Ärzteschaft stehe unter dem Druck von Justiz und Medien und verschreibe die Präparate, um sich abzusichern. "Was in Österreich derzeit betrieben wird, ist reine "Absicherungsmedizin" aber sicher keine nachhaltige Strategie zum Erhalt der Gesundheit der Bevölkerung", warnt Franz.

Der Mediziner fordert ein Umdenken auf zwei Ebenen. Zum einen müsse die überdurchschnittliche Spitalsaufenthaltsdauer gekürzt werden. "Aufgrund der langen Liegezeit der Patienten steigt natürlich auch das Risiko für Infektionen", erklärt Franz. Zum anderen gelte es auf den Hausverstand der Patienten zu setzen. Die Menschen wurden in den letzten Jahren "durch Angst- und Panikmache desinformiert. Nun muss man die Gesundheitsbildung der Bevölkerung fördern", so sein Appell an die Regierung. "Das beginnt schon damit, zu lernen zwischen einer echten Grippe und einem grippalen Infekt zu unterscheiden. In den meisten Fällen kann das Immunsystem auf natürliche Weise gestärkt werden", macht Franz aufmerksam.

Franz nimmt auch das Krankenhauspersonal in die Verantwortung. "Wenn laut Studie nur 30 bis 60 Prozent des Pflegepersonals die vorgeschriebene Händedesinfektion durchführen muss auch ihnen wieder ins Gewissen geredet werden", so Franz. Der Forderung nach einem bundesweiten System zur Erfassung der Spitalsinfektionen steht Franz dennoch skeptisch gegenüber: "Damit schaffen wir nur einen weiteren Verwaltungsapparat!" Dennoch verlangt er im Sinne von mehr Transparenz für die Patienten, dass die Spitäler die Zahl der Infektionen auf ihrer Webseite öffentlich machen.

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