Neues Volksblatt: "ÖVP-Bonus" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 23. Jänner 2014

Linz (OTS) - Die erste Woche als SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl hat der Ex-ORF-Mann Eugen Freund hinter sich gebracht - und das durchaus schlagzeilenträchtig. Es waren freilich weniger die politischen Ansagen, die den vermeintlichen neuen roten Star am Europahimmel ins Gerede brachten, sondern vielmehr volkswirtschaftliches Nicht-Wissen und die finanzielle Begleitmusik seines Ausscheidens aus dem ORF.
Kaum hatten sich die Wogen über seine Schätzung, das Durchschnittseinkommen eines Arbeiters in Österreich betrage 3000 Euro, gelegt, ging der Sturm erst richtig los. Den Spekulationen, wie viel Freund nun wirklich abgecasht hat, versuchte er gestern selbst ein Ende zu setzen und veröffentlichte die Zahlen über ausbezahlte Pensionsbeiträge (90.000 Euro) und seine Abfertigung (246.000 Euro). Ob er damit in den Augen der Öffentlichkeit wirklich den erhofften Beitrag "zur Glaubwürdigkeit und Transparenz" geleistet hat, bleibt abzuwarten. Immerhin hatte er sich selbst zuvor in Interviews als jemand dargestellt, der pensionsmäßig auf der Schattenseite stehe -was ihm nun insbesondere Boulevardmedien genüsslich um die Ohren schnalzen. "Es stellt sich immer mehr heraus, dass Eugen Freund für die SPÖ zum Malus wird, Othmar Karas ist unser Bonus," konstatierte ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka gestern gegenüber der APA. Das gilt es nun auch in der sachpolitischen Wahlauseinandersetzung zu beweisen.

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