Wintertagung 2014: Österreich "is(s)t besser bei Eiern und Geflügelprodukten

Vorzeigerolle der Österreichischen Geflügelwirtschaft am Prüfstand

Wien (OTS) - "Rund 21 Kilogramm Geflügel isst ein Österreicher in einem Jahr. Diesen Verbrauch können wir zum Großteil mit der heimischen Produktion decken. Wir brauchen keine Chlorhendl. Im Gegenteil: Österreich isst besser, wenn es um Eier und Geflügelprodukte geht. Genau das muss auch so bleiben. Darum müssen in Zukunft die Rahmenbedingungen für die Tierhalter stimmen. Wir müssen auch verstärkt den Fokus darauf legen, die Eiweiß-Lücke zu schließen, um den Bedarf an Futtermitteln selbst zur Verfügung stellen zu können. Herkunft und Kontrolle spielen bei den Futtermitteln eine immer größere Rolle. Auch die KonsumentInnen müssen den Mehrwert gentechnikfreier Fütterung erkennen. Und auch bereit sein, gegebenenfalls einen höheren Preis dafür zu bezahlen. Denn schließlich sind sie es, die mit ihrem Griff ins Regal über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft entscheiden", so der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf anlässlich des Fachtages Geflügelproduktion in Hatzendorf im Rahmen der Wintertagung 2014.

Die Österreichische Geflügelwirtschaft hat in den letzten zehn Jahren enorm viel erreicht - im Sinne der Konsumenten, im Sinne der Tierhalter, aber auch im Sinne der Tiere. Der Ausstieg aus der Käfighaltung bei Legehennen wurde erfolgreich gemeistert. Österreich hält heute deutlich mehr Legehennen als vor zehn Jahren. Die Legehennenhalter sind vor drei Jahren komplett aus der Fütterung von gentechnikverändertem Futter ausgestiegen. In der Geflügelmast erfolgte 2012 die Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung.

Die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit konnte über die Jahre deutlich verbessert werden. "Das gute Zusammenspiel zwischen Tierhaltern, Beratern und Veterinärmedizinern brachte nachweisbare Erfolge. Vor allem die gute Verfügbarkeit von Daten und auf die transparente Arbeitsweise sind dafür verantwortlich", sind sich der Obmann Franz Schrall, Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), und der Obmann der Geflügelmastgenossenschaft (GGÖ) Robert Wieser einig. Die Zuwächse in der Mastgeflügelproduktion blieben aufgrund schwieriger gesetzlicher Rahmenbedingungen allerdings aus.

Europäische Futtermittel stärken Wirtschaftsstandort

Mit der Umstellung der Fütterung auf Soja aus dem Donauraum im Rahmen des Programms Donau Soja leisten die Legehennenhalter einen sehr bedeutenden Beitrag für die Umwelt. Andererseits bedeutet es für die Tierhalter eine große Herausforderung, mit den neuen zur Verfügung stehenden Futterkomponenten bedarfsgerechte Futtermischungen herzustellen. Um die Zufriedenheit bei Tierhaltern zu erhöhen, möchte die Geflügelwirtschaft zukünftig verstärkt auf gezielte Beratung setzen. "Die Mehrkosten, die durch nachvollziehbare Mehrleistungen entstehen, müssen auch fair abgegolten werden", fordert Franz Karlhuber, Legehennenhalter und Obmann des Geflügel-Landesverbandes Oberösterreich. Marktpartner, wie die Gastronomie und die Lebensmittelindustrie würden den Mehrwert und die Qualität aus Österreich oft zu wenig erkennen und honorieren.

Die Wintertagung des Ökosozialen Forums ist die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung Österreichs. Bis Freitag finden an fünf Veranstaltungsorten Diskussionsveranstaltungen zu acht Schwerpunktthemen statt: Angefangen von Ackerbau, Geflügel- und Schweineproduktion über Gemüse bis hin zu Grünland- und Viehwirtschaft. Weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen unter www.oekosozial.at.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Annette Weber
Ökosoziales Forum
Herrengasse 13
1010 Wien
Mobil: 0676/3188901
Mail: weber@oekosozial.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSF0001