Erasmus+ EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport: Mehr Chancen für junge Menschen in Europa

40-prozentige Mittelaufstockung durch die Europäische Kommission bringt ein Mehr an Mobilität und internationaler Zusammenarbeit

Wien (OTS) - Bildungs- und Jugendpolitik zählen zu den wesentlichen Bestandteilen der Wachstumsstrategie "Europa 2020". Bis zu fünf Millionen Menschen in Europa werden von 2014 bis 2020 die Möglichkeit haben, in einem anderen Land zu lernen, eine Ausbildung zu absolvieren, zu arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit auszuüben. Erasmus+ richtet sich sowohl an Personen aller Bildungsebenen als auch an den außerschulischen Bereich. Durch Mobilitäts- und Bildungserfahrungen sowie die Nutzung von Praktika in ausländischen Unternehmen erwerben Jugendliche, Studierende und junge Menschen in der beruflichen Bildung viele zusätzliche Kompetenzen, wie z. B. Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und Erfahrungen in der länderübergreifenden Teamarbeit, die ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

Erasmus+ forciert damit auch die Internationalisierung der österreichischen Bildungsinstitutionen - ein Ziel des Arbeitsprogramms der österreichischen Bundesregierung 2013 bis 2018. Internationale Kooperations- und Austauschprojekte werden darin als "wichtige Quelle der Kompetenzentwicklung für Lernende und Lehrende" gesehen. Ein weiteres Ziel der österreichischen Bundesregierung ist die Stärkung des europäischen Gedankens durch eine Steigerung der Beteiligung der österreichischen Studierenden und Lehrenden an europäischen Programmen. Die Bundesregierung plant ferner, durch beste Lehr- und Studienbedingungen ein innovatives Klima im tertiären Bildungsbereich zu schaffen, um an die internationale Spitze zu gelangen.

Plus 40 Prozent für das neue Programm

Das neue EU-Programm Erasmus+, das mit 1. Jänner 2014 gestartet ist, läuft bis 2020 und bündelt die früheren Programme "Lebenslanges Lernen", "Jugend in Aktion", Tempus, Erasmus Mundus und weitere Drittstaatenprogramme. Es wird auch in Zukunft von zwei nationalen Agenturen verwaltet. Neu hinzugekommen ist der Bereich Sport.

Im Zentrum stehen die Förderung von Mobilität und transnationaler Zusammenarbeit sowie der Austausch bewährter Praxis im Bildungs- und Jugendbereich. Das Programm fokussiert politische Prioritäten in einem gesamteuropäischen Zusammenhang.

Zwischen 2014 und 2020 werden von der Europäischen Union 14,7 Milliarden Euro für das Programm bereitgestellt - um 40 Prozent mehr als in der vorhergehenden Programmperiode. Davon stehen für den Jugendsektor 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Für den Sport werden europaweit 265 Millionen Euro bereitgestellt. Zusätzlich gibt es rund 1,68 Milliarden Euro für die Kooperation mit Drittstaaten.

2014 stehen in Österreich 25,8 Millionen zur Verfügung, dabei entfallen über 22,3 Millionen Euro auf den Bildungsbereich, 3,5 Millionen auf Jugend.

Internationalisierung als Motor für Entwicklung

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hält anlässlich der Pressekonferenz zum Auftakt des neuen EU-Programms fest:
"Mobilitätsmaßnahmen und Kooperationsprojekte von Erasmus+ werden auch in Zukunft entscheidend dazu beigetragen, dass Europa an Österreichs Schulen lebendig ist. Österreicherinnen und Österreicher haben die Chance, geförderte Lernangebote auf hohem Niveau in ganz Europa wahrzunehmen. Mein Ziel für die nächsten sieben Jahre ist es, noch mehr Jugendlichen und Erwachsenen eine Teilnahme am Programm Erasmus+ zu ermöglichen. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Austauschprogramme wie Erasmus+ bedeutender denn je, um die Qualifizierung junger Menschen zu stärken".

Internationalisierung der Hochschuleinrichtungen - Stärkung der Mobilität

"Das Programm Erasmus+ wird einen wesentlichen Beitrag zur Internationalisierung der österreichischen Hochschulen und zur Stärkung des Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Österreich leisten. Seit dem Start im Jahr 1992 sind 74.000 heimische Studierende mit Erasmus mobil gewesen. Unser Ziel ist es, bis 2018 die 100.000er-Marke zu überschreiten", kündigt Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner an. "Die verstärkte Teilnahme an internationalen Kooperationen mit anderen Hochschulen sowie der Erfahrungsaustausch innerhalb Europas und mit der Welt, sind im Wissensdreieck Bildung - Forschung - Innovation wichtiger denn je. Damit stärken wir auch die Position Österreichs im härter werdenden globalen Wettbewerb", betont Mitterlehner. "Alle Teilnehmer erwerben wichtige Zusatzqualifikationen für ihr Studium und ihre weitere Karriere und gewinnen außerdem viel an Lebenserfahrung. Das gilt sowohl für Studierende als auch für Lehrlinge, die via Erasmus+ ein Auslandspraktikum bei einem Unternehmen absolvieren", so Mitterlehner.

Erasmus+ für alle Jugendlichen

"In Zukunft sollen noch mehr Jugendliche in Österreich von diesen Förderungen profitieren und dadurch wertvolle Kompetenzen für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung gewinnen. Auch außerhalb von Schule und Universität passiert Lernen und das Sammeln von Erfahrung, im Sinne des Lebenslangen Lernens", so Jugendministerin Sophie Karmasin. Das neue Programm spricht auch jene an, die sonst kaum Möglichkeiten haben, an solchen Bildungs- und Mobilitätsprojekten teilzunehmen, wie zum Beispiel Jugendliche, die keine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung haben.

Die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitforschung zum EU-Jugendprogramm zeigen, dass die Beteiligung und das Engagement junger Menschen in außerschulischen Projekten wesentlich zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen beitragen. Zugleich trägt das Programm durch Trainings und Vernetzungsangebote zu einer Professionalisierung des Jugendsektors bei, der eine wichtige Rolle bei der Begleitung, Beratung und Betreuung von Jugendlichen spielt.

"Als Jugendministerin erwarte ich mir durch Erasmus+ in Zukunft noch stärkere Kooperation und positive Synergieeffekte mit dem Bildungssektor. Wir werden uns aktiv dafür einsetzen, dass österreichische Jugendliche einen guten Zugang zu EU-Jugendprojekten finden, zahlreich daran partizipieren und ihre europäische Mobilität für ihre berufliche Zukunft gut nutzen können", sagt Karmasin.

Neuer Programmschwerpunkt Sport

Für Gerald Klug, Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, stellt die Eingliederung des Bereiches Sport in das neue EU-Förderprogramm Erasmus+ "in mehrfacher Hinsicht einen Meilenstein für den Sport dar". Damit werde "die Bedeutung des Sports für Europa ausdrücklich gewürdigt und seine besonderen Merkmale wie die soziale, pädagogische und gesundheitsfördernde Funktion hervorgehoben". Klug:
"Mit der Bereitstellung von rund 265 Millionen Euro für den EU-Sportbereich während der Laufzeit von 2014 bis 2020 können zum einen gezielt Sportaktivitäten gefördert werden, zum anderen gemeinsame europäische Ziele wie die Wahrung der Integrität im Sport, die Bekämpfung grenzüberschreitender Bedrohung wie Spielabsprachen, Doping, alle Arten von Intoleranz und Diskriminierung, aber auch Chancengleichheit, die Förderung dualer Karrieren von Sportlerinnen und Sportlern und Good Governance im Sport vorangetrieben werden."

Abwicklung und Rückblick

Erasmus+ löst die Programme Lebenslanges Lernen und Jugend in Aktion ab. Die Nationalagentur Lebenslanges Lernen, eine Fachabteilung der OeAD (Österreichischen Austauschdienst)-GmbH, wird - wie in der Vergangenheit - den Bereich Bildung verwalten. Die Nationalagentur Jugend in Aktion im Interkulturellen Zentrum ist derzeit interimistisch mit der Umsetzung des Jugendkapitels in Erasmus+ betraut. Sport wird zentral von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur in Brüssel abgewickelt.

Die Nationalagentur Lebenslanges Lernen blickt auf eine erfolgreiche Beteiligung am EU-Bildungsprogramm Lebenslanges Lernen zurück. Während der Programmlaufzeit 2007 bis 2013 wurden 3.652 transnationale Projekte und knapp 100.000 Auslandsaufenthalte gefördert. Österreich konnte 120.522.491 Euro an EU-Fördermitteln lukrieren.

Im Rahmen der EU-Drittstaatenprogramme waren Österreichs Hochschuleinrichtungen (vor allem bei Tempus-Projekten und Erasmus Mundus-Partnerschaften) überdurchschnittlich erfolgreich. Österreich liegt hier im europäischen Spitzenfeld und belegt Rang sechs von 55 Ländern.

Auch die Nationalagentur Jugend in Aktion hat viel Positives zu berichten: Von 2007 bis 2013 haben rund 20.000 Österreicherinnen und Österreicher am EU-Programm Jugend in Aktion teilgenommen. Insgesamt konnten durch Jugend in Aktion in Österreich rund 1.300 außerschulische Projekte von und für junge Menschen unterstützt werden.

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