AK zu Ausbildungsgarantie: Unternehmen in die Pflicht nehmen

Zahl der betrieblichen Lehrstellen in fünf Jahren um 20 Prozent gesunken

Wien (OTS/AK) - Die Einführung einer Verwaltungsstrafe, wenn sich Jugendliche nicht an Ausbildungsmaßnahmen beteiligen, ist ein Schritt in Richtung Ausbildungspflicht. Damit soll dem Problem begegnet werden, dass viele Jugendliche weder eine Lehre absolvieren noch eine Schule besuchen. Es bleibt abzuwarten, wie das umgesetzt werden soll, so die AK. Aufgrund der Zielgruppe ist zu erwarten, dass diese Jugendlichen sehr stark auf den Lehrstellenmarkt drängen werden. Bisher sind die Betriebe aber ihrer Verantwortung nicht nachgekommen. Eine Einstellungspflicht, wie sie vom Wirtschaftsminister angedacht wurde, könnte hier ein gangbarer Weg sein. Allerdings darf die Qualität der Ausbildung dabei nicht auf der Strecke bleiben, fordert die AK. Auch die Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen werden ihr Angebot verstärken müssen.

Die Zahl der betrieblichen Lehrstellen im ersten Lehrjahr zum Stichtag 31.12. ist seit 2008 im Vergleich zu 2013 um 20 Prozent gesunken. Nur durch die Ausweitung der Ausbildungsplätze in der überbetrieblichen Ausbildung konnte der Verlust der betrieblichen Lehrstellen größtenteils ersetzt werden.

Die Ausbildungsverpflichtung wird einen starken Druck auf den Lehrstellenmarkt ausüben. Daher ist es wichtig, die Betriebe in die Pflicht zu nehmen, damit genügend Lehrstellen angeboten werden und die betroffenen Jugendlichen eine Perspektive haben.
Die Wirtschaft verlangt immer wieder, dass genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, sie sind aber auch dafür verantwortlich, dass die benötigten Fachkräfte ausgebildet werden.

Daneben bleibt aber eine andere wichtige Frage ungeklärt: nämlich ob ein Jugendlicher jede Ausbildungsmaßnahme oder Lehrstelle annehmen muss, auch dann, wenn sie überhaupt nicht seinen/ihren Neigungen und Wünschen entspricht.

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