Freunde des Augartens fordern: Keine Geschenke an den Verein Wr. Sängerknaben ohne Öffnung gesperrter Augartenteile

Wien (OTS) - Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Wirtschaftsminister Mitterlehner verkündete am Sonntag 19.1. in der ORF-Pressestunde: Der private Verein Wr. Sängerknaben (WSK) hat keine Miete bezahlt, wird keine Miete zahlen.

Wie das ? Ein Prekarium (Gebrauchsüberlassung) ist vorbereitet. Es bedarf noch "der Genehmigung des Finanzministers"; diese "wird in den nächsten Tagen auch sichergestellt". Der Rechnungshof dagegen fordert eine marktgerechte Miete für die Nutzung des Augarten-Palais, Eigentum der Republik. Vor zwei Monaten starteten die Freunde des Augartens eine Petition, nach dem Wr. Petitionsgesetz. Zum Schutz des Augartens vor jeglicher weiterer Verbauung und Privatisierung. In kurzer Zeit waren mehr als die erforderlichen 500 Unterstützungen beisammen.

Erstaunlich, was den WSK im Augarten schon alles zu ihrer ausschließlichen Nutzung überlassen ist: Augartenpalais, Josefstöckl, Tausende Quadratmeter an Sport- und Spielflächen, Englischer Landschaftsgarten und Klassizistisches Umlauft-Parterre (von den WSK nur für Photoshootings genutzt), sowie die Mehrzweckhalle "MuTh" inkl. barockem Pförtnerhaus. Über das "MuTh"-Areal in prominenter Lage an der U2-Station Taborstraße verfügen die WSK um Euro 10.000,-im Jahr, also Euro 0,47/m2/mtl. - fast geschenkt. Für diese Halle der WSK wurde Augarten-Fläche zubetoniert. Vermietungen der Halle an fremde Veranstaltungs-Firmen sind seit der Eröffnung gang und gäbe. Wo geht das ganze Geld hin ?

Wenn die WSK schon die Barockgebäude im Augarten, Augartenpalais und Josefstöckl, seit Jahrzehnten, ohne Miete zu zahlen, nutzen dürfen und nun praktisch geschenkt bekommen, dann fordern wir: Engl. Garten und Klassizist. Parterre sollen endlich der Bevölkerung geöffnet werden. Ihre Pflege bezahlt die ganze Zeit schon die öffentliche Hand.

Durch Öffnung von Klassizist. Parterre und Engl. Garten ist eine kostengünstige Durchwegung vom Augartenspitz (U2 Taborstraße) her rasch umsetzbar. Vor 6 Jahren im Wr. Gemeinderat beschlossen und bis heute nicht verwirklicht ! Teure Metall-Zäune für Korridor-Lösungen "Gittergänge" zu finanzieren lehnt die Bevölkerung ab - sie widersprechen überdies dem Denkmalschutz.

Am 1. Mai 1775 schenkte Josef II den Augarten der Bevölkerung. Wir hoffen, dass Minister Mitterlehner, dem der Augarten anvertraut ist, die gesperrten Gärten endlich der Bevökerung zugänglich macht und nicht die Marketing-Interessen eines privaten Vereins wichtiger nimmt als das Bedürfnis nach Erholung in der frischen Luft.

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Monika Roesler-Schmidt Tel.Nr.: 0664 505 5872
Verein Freunde des Augartens
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