"kreuz und quer" am 21. Jänner: "Himmel, Hölle, Fegefeuer" und "Das Schweigen der Steine"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt am Dienstag, dem 21. Jänner 2014, um 22.35 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Himmel, Hölle, Fegefeuer - Dem Teufel auf der Spur" von Daniel Sich, die in eine Zeit zurückgeht, in der tiefer Glaube die Menschen beseelte. Für sie war die Hölle kein Hirngespinst, keine bloße Horrorvorstellung. Die Hölle war real. Von den mittelalterlichen Meistern gemalte Höllenszenarien entsprachen genau dem Denken der Zeit. Um 23.20 Uhr folgt der Dokumentarfilm "Das Schweigen der Steine" von Krzysztof Kopczynski über den tragischen Tod einer jungen Frau in einem afghanischen Dorf.

"Himmel, Hölle, Fegefeuer - Dem Teufel auf der Spur" - Ein Film von Daniel Sich

"Seid nüchtern und wachsam! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann." Mahnungen wie diese aus dem neutestamentlichen Petrusbrief hatten jahrhundertelang ihre Wirkung. Besonders die Welt des Mittelalters war erfüllt von Teufeln und Dämonen, die den Menschen schon auf Erden das Leben zur Hölle machten. Doch die größten Ängste der Menschen damals richteten sich auf das Jenseits. Heilsvermittelnden Beistand versprach die Kirche - die zugleich die Hölle in den schwärzesten Farben zeichnete, um mit dieser Pädagogik der Abschreckung zu einem rechtschaffenen Leben anzuhalten. Man empfand die Bilder und Metaphern für die mögliche endgültige Verlorenheit des Menschen in der "Hölle" als reale Abbilder dieser drohenden Wirklichkeit:
Mittelalterliche Gelehrte suchten nach dem Einschlagkrater, den Luzifer, der Höllenfürst, bei seinem Sturz aus dem Himmel hinterlassen hat. Tief im Innersten der Erde verborgen, unter feuerspeienden Vulkanen, wurde das Territorium des Teufels lokalisiert - und sein Umfang auf den Meter genau berechnet. Bis in die grausigen Details meinte man beschreiben zu können, was die Sünder und Ungläubigen dort nach dem Tod erwarten würde.

"Himmel, Hölle, Fegefeuer" erzählt, wie aus dem düsteren Jenseits der Antike, wie es schon Römer und Griechen kannten, der "feurige Pfuhl" der Christen wurde. Auch Martin Luther - dessen Wurf mit dem Tintenfass nach dem Teufel zur Legende wurde - fühlte sich schon von Kindestagen an von bösen Geistern und Dämonen verfolgt. Vor diesem Hintergrund war Luthers existenzielle Entdeckung des "gnädigen Gottes" ein spiritueller Durchbruch mit historischen Folgen.

"Das Schweigen der Steine" - Ein Film von Krzysztof Kopczynski (deutsche Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Eine Nachricht der BBC schockierte die Öffentlichkeit: Im Nordosten Afghanistans, in einem abgelegenen Dorf, sei eine junge Frau zu Tode gesteinigt worden, weil man sie des Ehebrauchs bezichtigt hatte. Ihr vermeintlicher Liebhaber wurde von der Dorfgemeinschaft verprügelt und flüchtete schließlich aus der Gegend. Die Steinigung sei nur deshalb erfolgt, weil die Eltern der jungen Frau der brutalen Hinrichtung zugestimmt hätten. Denn nur so hätte ihre besudelte Familienehre wiederhergestellt werden können. Kurz nach dem Vorfall, der sich bereits 2005 ereignete, hieß es jedoch, das sei alles gar nicht so gewesen. Keiner habe der jungen Frau etwas zuleide getan und eine Steinigung sei nie erfolgt. Sie sei einem Herzanfall erlegen. Das ganze Dorf hüllte sich nun in Schweigen und keiner wollte etwas von dem Vorfall bemerkt haben.

Der Fall erregte das Interesse des polnischen Filmemachers und promovierten Geisteswissenschafters Krzysztof Kopczynski. In seinem aufwühlenden Dokumentarfilm "Das Schweigen der Steine" versucht er zu ergründen, was sich in dem Dorf Spinghul tatsächlich zugetragen hat. Durch konsequentes Beobachten und durch gezielte Fragen gelingt es ihm, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, schlussendlich erfährt er die Wahrheit über den tragischen Tod der jungen Frau. Darüber hinaus liefert der Film Einblicke in das Alltagsleben in einem von Kriegswirren nach wie vor beeinträchtigen Land.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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