Städtebund: Städte wachsen unaufhaltsam

Wien (OTS) - "Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt, weil sie dort gute Jobmöglichkeiten haben und mit einer guten Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen, Universitäten, Gesundheitseinrichtungen und dem öffentlichen Nahverkehr rechnen können - davon profitieren auch die umliegenden Gemeinden", sagt Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, anlässlich der Pressekonferenz "Österreichs Städte in Zahlen 2013", die gemeinsam mit der Statistik Austria, heute Montag veranstaltet wurde. Österreichs Ballungszentren wachsen unaufhaltsam - bereits jetzt leben mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Gemeinden ab 5.000 EinwohnerInnen. Städte und ihre Umlandgemeinden sind wirtschaftliche Magneten, sie setzen Impulse und bieten durch ihre intensiven Investitionen enorm hohe Lebensqualität für ihre StadtbewohnerInnen", macht Weninger deutlich.

Um auch weiterhin die hohe Lebensqualität in den Ballungszentren garantieren zu können, werden Österreichs Städte zunehmend "smart". Smart Cities sind Städte, die unsere gemeinsamen Ressourcen intelligent und effizient nutzen, innovative Technologien einsetzen, die Lebensqualität erhöhen und umweltschonend wirtschaften und agieren. "Viele unserer Mitgliedsstädte sind dabei Spitzenreiter und entwickeln sich zunehmend zu Modellregionen. Das bringt Arbeitsplätze und Investitionen", betont Weninger.

Bevölkerungswachstum in Städten ungebrochen

Das Bevölkerungswachstum und der Zuzug in die Ballungszentren halten weiter an, wie aus "Österreichs Städte in Zahlen 2013", der aktuellen Publikation von Statistik Austria und dem Österreichischen Städtebund, hervorgeht. Das durchschnittliche Wachstum der Landeshauptstädte liegt zwischen 2003 und 2013 bei 7,4%, wobei Eisenstadt mit 14,1%, Graz mit 12,9% und Wien mit 9,3% überdurchschnittlich boomen.

Vorstädte und Gemeinden im Einzugsgebiet großer Städte erfreuen sich großer Beliebtheit und konnten in diesem Zeitraum noch deutlicher zulegen (z. B., Gänserndorf mit +30,1%, Neusiedl am See mit +28,7% oder Vösendorf und Himberg mit jeweils +24,5%). Städte und Gemeinden in ländlichen Gebieten und ehemaligen Industrieregionen sind hingegen von Abwanderung betroffen (z. B. Eisenerz mit 24,2%, Bad Radkersburg mit 13,9%, Mariazell 11,7% oder Trieben mit 10,4%).

"Städte werden zunehmend weiblich, der Frauenanteil steigt stetig. Neben "privaten Gründen" wie beispielsweise einer Heirat, ist die eigene Arbeit/der eigene Beruf das zweitwichtigste Motiv der Frauen aus ihrer Geburtsgemeinde wegzuziehen. Stark aufgeholt haben Frauen sowohl hinsichtlich des Ausbildungsniveaus als auch der Erwerbsbeteiligung. Innerhalb der letzten zehn Jahre kam es zu einer Erhöhung der Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 59,9% (2001) auf 66,5% (2011)", so Weninger.

Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen

Die Binnenwanderung zwischen den Stadtregionen und den Gemeinden abseits dieser folgt unterschiedlichen Lebensphasen. Bis etwa zum 40. Lebensjahr überwiegt die Zuwanderung aus ländlichen Gebieten in die Stadtregionen, in den höheren Altersgruppen, ab etwa 60 Jahren, kehrt sich der Wanderungsstrom in Richtung der ländlichen Gemeinden um. Die Kernzonen der Stadtregionen verzeichnen zudem auch bei den jungen Erwachsenen einen Zuzug aus den Außenzonen. Es gibt also eine Bildungswanderung von den Randgebieten in die Kernzonen. In allen anderen Altersgruppen verlieren die Kernzonen jedoch Einwohnerinnen und Einwohner an die Außenzonen.

Familienstrukturen von Gemeindegröße beeinflusst

Laut Registerzählung 2011 sind mehr als 50% der Familien, die in den Gemeindegrößenklassen bis 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben, Paare mit Kindern. In den großen Städten sinkt dieser Anteil auf 38%. Andererseits nimmt die Anzahl der Paare ohne Kinder (von 34,6% auf 42%) und die Anzahl der Ein-Eltern-Familien (von 13,2% auf 19,3%) mit zunehmender Größe der Gemeinden und Städte zu.

Ein weiteres Resultat der Registerzählung 2011 zeigt, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße in Österreich bei 2,27 Personen liegt. Zwischen 1971 und 2011 ist der Anteil der Einpersonenhaushalte im Österreichdurchschnitt um 10,7 Prozentpunkte gestiegen. Der stärkste Anstieg ist dabei in Bregenz mit +19,1 Prozentpunkten, der geringste in Wien mit +10,1 Prozentpunkten zu verzeichnen. In allen Landeshauptstädten liegt die Anzahl der Einpersonenhaushalte über dem Bundeslanddurchschnitt. Die höchste Abweichung wurde mit 18,6 Prozentpunkten zwischen Linz und Oberösterreich festgestellt, die geringste zwischen St. Pölten und Niederösterreich (5,7 Prozentpunkte).

Städte und Gemeinden geben am meisten für Dienstleistungen aus

Die Gesamtausgaben (ordentlicher und außerordentlicher Haushalt) aller Städte und Gemeinden insgesamt (ohne Wien) beliefen sich 2012 auf 17,8 Mrd. Euro (mit Wien 30,1 Mrd. Euro), das sind durchschnittlich 3.562 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Den größten Anteil an den Gesamtausgaben der Landeshauptstädte (mit Wien) von 15.539 Mio. Euro hat 2012 die Voranschlagsgruppe 8 "Dienstleistungen" (18,9%), an zweiter Stelle stehen die Ausgaben der Voranschlagsgruppe 0 "Allgemeine Verwaltung" (18,0%).

"Österreichs Städte in Zahlen"

"Österreichs Städte in Zahlen" ist ein Kooperationsprojekt von Österreichischem Städtebund und der Bundesanstalt Statistik Österreich. Die Publikation liefert ein umfassendes Bild über die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Städte und Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern: Mit Daten zur Bevölkerungsentwicklung, aktuellen Zahlen zu Unterricht und Kultur, Verkehr und Tourismus, der Finanzgebarung sowie zu Sozial- und Freizeiteinrichtungen bietet es wichtige Informationen für Kommunalpolitik und Wirtschaftstreibende sowie für die interessierte Öffentlichkeit. "Österreichs Städte in Zahlen" ersetzt seit 2007 das "Statistische Jahrbuch Österreichischer Städte", das seit 1950 über demographische, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Städte berichtet.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie im Bereich "Publikationen und Services" unter Statistik Austria.

Informationen über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von rund 250 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65% der Bevölkerung und 71% der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen. Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Österreichische Städtebund ist Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs.3) ausdrücklich erwähnt. (Schluss)

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