Wintertagung 2014: Nein zu Hormonfleisch, Chlorhendl und Gentechnik - EU-USA Freihandelsabkommen braucht mehr Transparenz

61. Wintertagung des Ökosozialen Forums - Generalthema: "Österreich is(s)t besser! Wer garantiert, dass es so bleibt?"

Wien (OTS) - "Chlorhendl, Hormonfleisch und Gentechnik als Alternative zu qualitativ hochwertigen Produkten aus Österreich? Das wollen die Österreicherinnen und Österreicher nicht. Aber genau das könnte mit dem EU-USA Freihandelskommen auf dem europäischen Lebensmittelmarkt landen. Auch wenn diese Bedenken oft als Panikmache abgetan werden, befürchte ich ernsthaft, dass mit Chlorlauge desinfiziertes Geflügel oder Fleisch von geklonten Tieren dank des Abkommens zukünftig ungehindert und ohne Kennzeichnung auf dem europäischen Markt angeboten werden. Darum erwarte ich mir von der Europäischen Kommission, dass sie sich von amerikanischen Großkonzernen nicht in die Knie zwingen lässt und auf ihre Gesetze und hohen hygienischen Standards beharrt", so der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf heute anlässlich der 61. Wintertagung.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter stellt bei der heutigen Auftaktveranstaltung, die sich traditionsgemäß dem Thema Agrarpolitik widmet, stellt klar fest: "Ich bin angetreten, um für ein lebenswertes Österreich zu arbeiten. Dazu gehören saubere Luft, gutes Wasser und vor allem qualitativ hochwertige Lebensmittel. Die heimischen Lebensmitteln werden nach höchsten Standards produziert. Wir sind in Europa das Bioland Nummer eins. Auch beim Tierschutz liegen wir mit strengen Haltungsvorschriften im internationalen Vergleich im Spitzenfeld. Diese hohen Standards dürfen nicht gefährdet werden. Dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen."

EU-USA-Freihandelsabkommen: Sind die österreichischen Standards gefährdet?

Die USA und die EU haben hohe Standards im Bereich der Lebensmittel- und Produktionssicherheit. Dennoch unterscheiden sich beide. Ein Hauptunterschied ist das Vorsorgeprinzip, welches in der EU zur Anwendung kommt. Dieses besagt, dass im Zweifelsfall gesundheitsschädliche Produkte und Güter nicht zugelassen werden. Dies kann auch dann geschehen, wenn wissenschaftliche Studien eine Zulassung untermauern. Die USA verfolgt hingegen einen risikobasierten Ansatz. Das heißt, dass ein Produkt zugelassen wird, wenn keine schädlichen Auswirkungen nachgewiesen werden.

Die Abgeordnete zum Europäischen Parlament Elisabeth Köstinger macht sich in Brüssel stark dafür, dass die österreichischen und europäischen Interessen bei den Verhandlungen berücksichtigt werden:
"Das Freihandelsabkommen mit den USA könnte für Europa eine große wirtschaftliche Chance sein. Bei den Verhandlungen müssen alle europäischen Interessen gleichermaßen angesprochen und verteidigt werden. Es darf kein Handelsabkommen der Einzelinteressen werden, schon gar nicht, wenn es auf Kosten der heimischen Landwirtschaft geht. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelproduktion muss gesichert sein, um weiterhin die Versorgung, die höchste Qualität und die besten Produktionsstandards zu garantieren."

Die 61. Wintertagung, die von heute bis Freitag stattfindet, steht heuer unter dem Generalthema "Österreich is(s)t besser! Wer garantiert, dass es so bleibt?". Mit dem Thema möchte das Ökosoziale Forum den von Österreich eingeschlagenen Weg hervorheben und unterstreichen, dass die österreichische Landwirtschaft gewisse Trends nicht mitmacht.

Österreich setzt auf eine naturnahe und kleinstrukturierte Landwirtschaft und nimmt in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein. Abgesehen von einem hohen Selbstversorgungsgrad - durchschnittlich 95 Prozent - hat kein anderes Land einen höheren Anteil von unter 35-jährigen Landwirtinnen und Landwirten. Weiters gibt es seit 2005 in österreichweit einheitliches Tierschutzgesetz, während in anderen Ländern innerhalb und außerhalb der EU viele Bereiche nicht geregelt sind.

Die Wintertagung des Ökosozialen Forums ist die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung Österreichs. Bis Freitag finden an fünf Veranstaltungsorten Diskussionsveranstaltungen zu acht Schwerpunktthemen statt: Angefangen von Ackerbau, Geflügel- und Schweineproduktion über Gemüse bis hin zu Grünland- und Viehwirtschaft. Ein besonderes Highlight ist heuer der Fachtag Kommunikation, der sich mit den Herausforderungen der landwirtschaftlichen Öffentlichkeit auseinandersetzt. Weitere Infos zu der Veranstaltung unter www.oekosozial.at.

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Mag. Annette Weber
Ökosoziales Forum
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