Mehr Rechtsfälle als Mitarbeiter: AK hilft Beschäftigten von Innviertler Transportfirma

Linz (OTS) - Mehr als 20 Rechtsakte mussten die Experten/-innen der AK Oberösterreich in den vergangenen zwei Jahren für Beschäftigte der Innviertler Transportfirma "Kobernausser Transporte" anlegen - mehr als dort momentan Leute beschäftigt sind. "Trotz glasklarer Ansprüche haben die Beschäftigten einfach ihr Geld nicht bekommen", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der bislang letzte abgeschlossene Fall gegen die Firma "Kobernausser Transporte" betraf einen Arbeiter, der knapp zwölf Jahre als Kraftfahrer beschäftigt war. Wegen gesundheitlicher Probleme und eines Bescheides, der ihm attestierte, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben könne, trat er berechtigt vorzeitig aus dem Arbeitsverhältnis aus.

Die Firma schlug vor, daraus eine einvernehmliche Auflösung zu machen. In der Zeit bis zum tatsächlichen Ende der Beschäftigung konsumierte der Arbeitnehmer offenen Urlaub - dennoch blieb noch ein Teil des Urlaubs unverbraucht. Diesen und auch die Abfertigung wollte die Firma nicht zahlen. Erst nach mehrmaliger AK-Intervention rechnete das Transportunternehmen die offenen Ansprüche ab. Drei Monate nach Dienstende erhielt der Mann schließlich 11.400 Euro nachbezahlt.

"Drei Monate ohne Zahlungen - die schlechte Zahlungsmoral vieler Firmen bringt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in existenzielle Not", sagt der AK-Präsident und klagt an, dass es die "schwarzen Schafe" unter den Firmen einfach drauf ankommen lassen. "Was soll ihnen schon passieren? Schlimmstenfalls müssen sie nachzahlen, was sie den Beschäftigten ohnehin schuldig geblieben sind."

Bislang mussten für Mitarbeiter/-innen der Firma "Kobernausser Transporte" 41 Rechtsakte angelegt werden, 24 davon in den vergangenen beiden Jahren. Laut Gebietskrankenkasse sind dort momentan 17 Personen beschäftigt. In den bisher abgeschlossenen 26 Fällen wurden knapp 40.000 Euro erkämpft. 15 Fälle sind noch unerledigt.

"Diese Firma ist kein Einzelfall. Immer wieder bleiben Unternehmen ihren Beschäftigten systematisch Geld schuldig", klagt Kalliauer an und wiederholt die AK-Forderungen nach einer Abschaffung der viel zu kurzen Verfallsfristen im Arbeitsrecht und nach einer Sanktionierung von vorsätzlicher Lohnvorenthaltung.

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