ORF III am Montag: 40 Jahre Fristenlösung - ein Schwerpunktabend zum Thema Schwangerschaftsabbruch

Außerdem: "Das perfekte Kind" über ein Familienleben mit Trisomie 21

Wien (OTS) - Vom Nationalrat am 23. Jänner 1974 durch die absolute SPÖ-Mehrheit, gegen ÖVP und FPÖ, durchgesetzt, trat die Fristenlösung in Österreich mit 1. Jänner 1975 in Kraft. Seither ist der Schwangerschaftsabbruch in Österreich innerhalb der ersten drei Monate nach der Zeugung straffrei. Mit einem Schwerpunktabend blickt ORF III am Montagabend, dem 20. Jänner 2014, auf die Geschichte dieses nach wie vor sehr kontroversen Themas. Um 20.15 Uhr hinterfragt die Dokumentation "Der lange Arm der Kaiserin - Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich" von Susanne Riegler, was eine Abtreibung für österreichische Frauen vor Einführung der Fristenlösung bedeutet hat. Danach befasst sich um 21.25 Uhr die Dokumentation "'Wir haben abgetrieben' - Das Ende des Schweigens" mit den berühmten Protestaktionen aus Frankreich und Deutschland der frühen 70er Jahre und bittet die Bekennerinnen von damals vor die Kamera. "Das perfekte Kind" erzählt dann um 22.25 Uhr die Geschichte von zwei Frauen, die sich beide bewusst gegen eine Abtreibung entschieden haben, als bei ihren Kindern das Down-Syndrom diagnostiziert wurde.

Die Sendungen im Überblick:

"Doku.Zeit: Der lange Arm der Kaiserin - Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich" (20.15 Uhr)

Filmemacherin Susanne Riegler befasst sich in ihrer Dokumentation mit der Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich, und zwar von der Zeit Maria Theresias, die die Abtreibung unter Todesstrafe stellte, bis zur Fristenlösung 1975. In dieser Zeit war ein Schwangerschaftsabbruch für viele Frauen ein schmerzhafter und oft tödlicher Weg, immer mit der Gefahr von Haft oder Hinrichtung verbunden. Im Film sprechen auch Zeitzeuginnen, die die Situation vor 1975 in Österreich erlebten, über Abtreibung in der Illegalität.

"DokuMente: "'Wir haben abgetrieben' - Das Ende des Schweigens" (21.25 Uhr)

Am 6. Juni 1971 erklärten im Magazin "stern" 374 Frauen, unter ihnen so berühmte Protagonistinnen wie Senta Berger, Romy Schneider und Alice Schwarzer: "Ich habe abgetrieben!" Das Geständnis der Frauen war skandalös und damals zudem noch strafbar. Die Aktion wird allerdings zum Auslöser für eine breite Frauenbewegung. Mehr als 40 Jahre später sucht die Dokumentation einige Bekennerinnen von damals noch einmal auf. Zu Wort kommen Alice Schwarzer, Senta Berger, Ulla Böll, Ariane Mnouchkine und Anne Zelensky. Sie erzählen eine Geschichte, die mit der ausweglosen Situation von Frauen beginnt, die sich aus Not Ende der 1960er Jahre zu einer illegalen Abtreibung entschließen.

"DokuMente: Das perfekte Kind" (22.25 Uhr)

Welche Auswirkungen hat ein Kind mit Trisomie 21 auf seine Familie? Bei einem Kind, das viel Zeit und Engagement einfordert, ist es oftmals notwendig, das gesamte Leben umzustellen. In der Dokumentation "Das perfekte Kind" ergreifen zwei Frauen das Wort, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz für ihre Kinder entschieden haben. Kristina Ahlinder und Mia Wright haben beide im Jahr 2004 ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt gebracht. Das Leben der beiden Frauen hat sich mit der Geburt ihrer Kinder stark verändert, trotzdem wäre Abtreibung für beide keine Option gewesen. Der Film zeigt auf einfühlsame Weise, wie Familien ganz natürlich mit Trisomie 21 leben.

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