Tag des Judentums: Christliche Kirchen warnen vor Antisemitismus

Bischof Scheuer betont bei ÖRKÖ-Gottesdienst "tiefe Verbundenheit" zwischen Christentum und Judentum

Wien, 18.01.14 (KAP) Vor jeder Form von Antisemitismus haben die christlichen Kirchen aus Anlass des "Tags des Judentums" gewarnt. Christen seien aufgefordert, "gegen Antisemitismus jeglicher Form aufzustehen", sagte der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer bei einem Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) am gestrigen Freitag, 17. Januar, in Wien. "Als christliche Kirchen wollen wir wachsam sein gegenüber jeglicher Form von Politik, die auf Abwertung oder Ausgrenzung von Minderheiten setzt. Insbesondere müssen wir hellhörig sein im Hinblick auf jede Form von Antisemitismus, dem wir entgegentreten möchten", so Scheuer, der zugleich stellvertretender ÖRKÖ-Vorsitzender ist, wörtlich.

Es dürfe nicht noch einmal geschehen, dass Christen bei Antisemitismus und dessen gewaltsamen Folgen wegschauen, warnte Scheuer unter Verweis auf die Geschichte und Entwicklung des Nationalsozialismus. Dagegen müsse heute um so mehr betont werden, wie viel das Christentum dem Judentum zu verdanken habe. Daher könne das Judentum auch als "großer Bruder" des Christentums angesehen werden. Juden und Christen stünden heute in einer "tiefen Verbundenheit" zueinaner.

Gefeiert wurde der ÖRKÖ-Gottesdienst in der evangelisch-methodistischen Kirche in Wien-Fünfhaus. Neben Bischof Scheuer und dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker nahmen u.a. der Pastor der methodistischen Gemeinde Fünfhaus Stefan Schröckenfuchs, der Bischof der altkatholischen Kirche John Okoro sowie der Superintendent der evangelisch-methodistischen Kirche und derzeitiger ÖRKÖ-Vorsitzende Lothar Pöll an dem Gottesdienst teil.

Der 17. Jänner wird von den Kirchen Österreichs - aber auch u.a. Italiens, Polens und der Schweiz - als "Tag des Judentums" begangen. Vorträge und Gottesdienste gab es dazu in Innsbruck, Salzburg, Linz, St. Pölten, Graz und Wien.

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