"Wir haben es satt" - GLOBAL 2000 auf Demo gegen Agrarindustrie in Berlin

Hauptkritikpunkte: Massentierhaltung, EU-Saatgut-Verordnung und EU-US-Freihandelsabkommen.

Wien/Berlin (OTS) - Heute demonstrieren in Berlin ein breites Bündnis von NGOs gemeinsam mit LandwirtInnen und vielen anderen UnterstützerInnen gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft. Hauptkritikpunkte dieses Jahr sind neben der Massentierhaltung auch die geplante EU-Saatgut-Verordnung und das EU-US-Freihandelsabkommen.

Bereits zum vierten Mal wird heuer zeitgleich zur Landwirtschaftsmesse "Grünen Woche" in Berlin gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft demonstriert. Denn auch die 2013 verabschiedete Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) hat keine grundlegende Veränderung in der landwirtschaftlichen Praxis Europas gebracht. Weiterhin wird viel zu wenig für die Ökologisierung der Landwirtschaft getan und noch immer wird industrielle Landwirtschaft gefördert.

GLOBAL 2000 ist deshalb als Teil des europäischen Netzwerks "Friends of the Earth" auch heuer wieder mit zahlreichen AktivistInnen bei der "Wir haben es satt"-Demo dabei, um auf zwei besonders brisante Themen aufmerksam zu machen: Die geplante EU-Saatgut-Verordnung und das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA.

Gemeinsam mit deutschen PartnerInnen der Kampagne "Freiheit für die Vielfalt" wird es eine Kundgebung vor dem Berliner Landwirtschaftsministerium geben. Zahlreiche Abgeordnete des Europaparlaments haben sich in den vergangenen Wochen gegen die EU-Saatgut-Verordnung ausgesprochen. Heidemarie Porstner, Landwirtschaftssprecherin von GLOBAL 2000: "Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen. Denn durch die geplante Verordnung ist die Vielfalt vor allem der alten und seltenen Sorten massiv gefährdet." An der EU-Saatgut-Verordnung lässt sich gut ablesen, wie sehr die Interessen der Konzerne vor die der Kleinbauern und -bäuerinnen und der Zivilgesellschaft gestellt werden.

Inzwischen verhandeln die EU und die USA über ein gemeinsames Freihandelsabkommen. Und auch hier hat die Industrie einiges mitzureden. Geplant ist eine "Harmonisierung" der Standards etwa für die Zulassung von Chemikalien, Medikamenten oder gentechnisch veränderten Organismen (GVOs), da die Zulassungsverfahren in der EU von Konzernen als zu langwierig angesehen werden. Porstner: "Hinter dem Begriff der "Harmonisierung" versteckt sich die Verwässerung von Standards auf beiden Seiten des Atlantiks. Es ist zu befürchten, dass etwa GVOs in Zukunft verstärkt auf den europäischen Markt gebracht werden. Die Kritik der europäischen Bevölkerung, die sich mehrheitlich gegen Gentechnik ausspricht, wird hier völlig übergangen." Einmal mehr stehen hier Konzerninteressen vor Umwelt-und KonsumentInnenschutz.

Die Demo "Wir haben es satt" startet am Samstag, den 18. Jänner um 11.00 vor dem Berliner Hauptbahnhof und endet um 13:00 nach einer Schlusskundgebung. Fotos ab 15 Uhr unter www.flickr.com/photos/global2000

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