Neues Volksblatt: "Atomisieren" von Christian HAUBNER

Ausgabe vom 17. Jänner 2014

Linz (OTS) - Es ist schon entlarvend, was sich rund um den von Tschechien ursprünglich geplanten Ausbau des grenznahen Atomkraftwerks in Temelin in den letzten Monaten so abspielt. Langsam, aber stetig rücken die neu gewählten Volksvertreter von den Erweiterungsplänen ab. Der Grund ist simpel und einer, auf den man in Oberösterreich schon seit vielen Jahren hinweist: Atomkraft zahlt sich schlicht nicht aus. Wenn schon nicht Gründe der Sicherheit jetziger und kommender Generationen, des Naturschutzes und somit der Vernunft eine Rolle spielen, so sollten selbst die größten Atomstrom-Befürworter zumindest für wirtschaftliche Überlegungen empfänglich sein.
Das ist man offenbar auch beim Betreiberkonzern CEZ - und fordert daher vor einem Ausbau staatlich garantierte Mindestpreise für den Ankauf von Atomstrom. Ohne diesen jedem freien Wettbewerb widersprechenden Sicherheitspolster kann es sich CEZ offenbar nicht vorstellen, Temelin auszubauen. Das kommt einem Geständnis gleich. Und mehr noch: Wenn man in die Berechnung der Wirtschaftlichkeit die ganze Wahrheit miteinbezieht - also auch allfällige Folgekosten bei Unfällen, Haftungen, das ungelöste Problem der Endlagerung atomarer Brennelemente oder gar eine dem tatsächlichen Gefährdungspotenzial entsprechende Versicherung -, ja dann würden sich die Ausbaupläne sämtlicher Atomkraftwerke ziemlich rasch atomisieren.

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