Vatikan will Vorbild im Kampf gegen Missbrauch sein

UNO-Komitee in Genf über Maßnahmen zum Kinderschutz informiert

Genf-Vatikanstadt, 16.01.14 (KAP) Der Vatikan geht energisch gegen den Missbrauch von Kindern im kirchlichen Raum vor: So habe der Heilige Stuhl in der Vergangenheit sowohl innerhalb der Kirche die juristischen Richtlinien verschärft als auch die strafrechtliche Zusammenarbeit mit anderen Staaten ausgebaut, sagte der Vatikandiplomat Erzbischof Silvano Tomasi bei der Vorstellung des Kinderschutzberichts des Heiligen Stuhls vor dem UN-Komitee über die Rechte des Kindes am Donnerstag in Genf. Der Schutz von Kindern in kirchlichen Einrichtungen habe für den Heiligen Stuhl oberste Priorität, hieß es in dem vom Vatikan veröffentlichten Text.

In Abstimmung mit den Ortskirchen und den kirchenrechtlichen Rahmenbedingungen habe Rom das Vorgehen gegen Missbrauchstäter in den Reihen des Klerus verschärft. Weiters würden heute neue Wege bei der Prävention solcher Taten beschritten, so Tomasi, der den Heiligen Stuhl bei den internationalen Organisationen in Genf vertritt.

Als Beispiele nannte er etwa das weltweit in kirchlichen Einrichtungen eingesetzte E-Learning-Programm zur Vorbeugung von Missbrauch, das die päpstliche Universität Gregoriana gemeinsam mit dem Zentrum für Kinderschutz in der Erzdiözese München entwickelt hat. Zudem verwies er auf neue Richtlinien in katholisch inspirierten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie die im Dezember von Papst Franziskus eingesetzte Kommission für den Schutz Minderjähriger, die künftig weitere Vorschläge erarbeiten soll.

"Die katholische Kirche will ein Vorbild bei der Umsetzung dieses wichtigen Anliegens sein", so Tomasi in seiner Rede vor dem Genfer UN-Komitee.

Im Interview mit Radio Vatikan sagte der Leiter der vatikanischen Delegation bei den Genfer UN-Einrichtungen: "Der Heilige Stuhl unterstreicht das Recht und die Pflicht jedes Landes, jedwedes Verbrechen gegen Minderjährige strafrechtlich zu verfolgen." Die Kritik, der Heilige Stuhl habe in der Vergangenheit den Gang der Gerechtigkeit behindert, sei "aus der Luft gegriffen".

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