Durchschnittsergebnis der Pensionskassen nicht aussagekräftig

Teilweise leider auch für 2013 mit Pensionskürzungen zu rechnen

Wien (OTS) - Die gestrige APA-Aussendung OTS0057 des Fachverbands der Pensionskassen, die ein durchschnittliches Plus von 5,14% für das Jahr 2013 verkündet, ist leider geeignet, in der Öffentlichkeit bestehende Missverständnisse über diese Zusatzpensionen zu verstärken. Dieser Durchschnittsertrag ist in keiner Weise repräsentativ, da er Äpfel mit Birnen vergleicht.
Im Pensionskassensystem gibt es verschiedene Verträge mit unterschiedlichen Rechenzinsen(RZ). Je höher der RZ eines Vertrages, desto mehr haben sich die Dienstgeber bei der Übertragung des von den Dienstnehmern durch Lohneinbußen erwirtschafteten Pensionskapitals erspart und künftigen Pensionskassenerträgen auferlegt. So kam es zu RZ von bis zu 6,5%, mit Inflationsberücksichtigung bis zu 8,5%. Pensionskassenerträge unter diesen Marken führen zu Pensionskürzungen, was in der Vergangenheit die Betroffenen schon bis zu 50% Pensionsansprüche gekostet hat.
Durchschnittsergebnisse sind somit nur dann aussagekräftig, wenn sie jeweils für Veranlagungsgemeinschaften(VRG`n) mit gleich hohem RZ dargestellt werden. Was haben also die VRG`n mit 6,5%, was die mit 5,5% und was die mit 3,5% - um die wesentlichen Formate zu erwähnen -erwirtschaftet? Nur wenn der jeweilige Prozentsatz in gleicher Höhe oder höher ist, konnten (weitere) Pensionskürzungen vermieden werden. Immerhin parkt knapp die Hälfte der Pensionskassenberechtigten in Verträgen mit RZ >5%.
Das objektive Resumee für 2013 kann also nur lauten: Die Pensionskassenberechtigten sind wahrscheinlich mehrheitlich noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, weitere Pensionskürzungen sind aber natürlich für etliche Betroffene auch heuer wieder zu erwarten.
Da die FMA ihrer Aufsichtspflicht nicht oder zu zögerlich nachgekommen ist, die Rechtmäßigkeit der jeweils vereinbarten RZ zu prüfen, sodass sich Dienstgeber auf Kosten ihrer Mitarbeiter bei der Übertragung des Pensionskapitals in Pensionskassen ungestraft sanieren konnten, kann das österreichische "System der 2.Säule der Pensionssicherung" nicht als saniert betrachtet werden.
Dass nur 0,9% der Pensionskassenberechtigten die Alternative der PKG-Novelle 2012, in eine betriebliche Kollektivversicherung zu wechseln, in Anspruch genommen haben, ist außerdem kein Zeichen der Zufriedenheit mit dem Pensionskassensystem, sondern nur die Bestätigung, dass es sich bei dieser Wahlmöglichkeit um eine Entscheidung "zwischen Scylla und Charybdis" gehandelt hat.

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Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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