Q-Check: 2014 als Reality-Check für die Aktienmärkte

Wien (OTS) - Am Expertenforum "Q-Check", veranstaltet von DerBörsianer und Metrum Communications, herrschte am Mittwoch Optimismus für das Börsejahr 2014. An den bisher von der hohen Liquidität getriebenen Aktienmärkten rückt 2014 die Realität und damit die fundamentale Entwicklung der Unternehmen verstärkt in den Mittelpunkt. Die weltweite Konjunkturerholung sollte sich dabei positiv auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne auswirken. Die Experten erwarten daher überwiegend ein gutes Aktienjahr 2014.

"Die Kapitalmärkte befinden sich aktuell in einer Transformationsphase. Es geht raus aus der Liquiditätsphase und hinein in eine Zeit, in der die Unternehmen wieder liefern müssen", meint Jörg Rohmann, Chefanalyst von Alpari Deutschland. Da vor allem in den USA die expansive Geldpolitik behutsam zurückgefahren werde, rücken die Fundamentaldaten wieder in den Fokus der Anleger. Gute Daten würden auch wieder als positive Impulse für die Aktienmärkte wahrgenommen. Die Angst, dass dadurch die Zeit des billigen Geldes vorbei sei, rücke in den Hintergrund. "Good news sind auch wieder good news", so Rohmann. Da derartige Transformationsphasen zumeist mit erhöhter Volatilität einhergehen und die aktuelle Marktsituation schon etwas überdehnt sei, rechnet der Experte im 1. Quartal durchaus mit einer Korrekturphase. Die (süd-)europäischen Indizes sollten aus dieser jedoch gestärkt hervortreten.

Erika Karitnig, CIO Equities & Multi Assets bei der BAWAG PSK INVEST, sieht das Jahr 2014 als Reality-Check für die Unternehmen:
"2013 war dominiert von der liquiditätsgetriebenen Rally und der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Davon haben vor allem die Aktienmärkte in den entwickelten Märkten profitiert. 2014 müssen die Unternehmen nun beweisen, dass sie die Erwartungen auch erfüllen können." Die Chancen dafür stünden gut, denn die Weltwirtschaft werde sich, getragen von den USA, gut entwickeln. In Europa rechnet Karitnig mit einer Erholung, wobei sich Deutschland "als Konjunkturlokomotive Europas einmal mehr sehr gut entwickeln wird" und der Erfolg vor allem aus dem Export käme. Die Unternehmensgewinne werden steigen und damit die Gewinnerwartungen erfüllt werden. Für Anleger sei ein selektiver Einstieg daher immer noch ratsam, denn die Bewertungen "zeigen trotz der Rally im Vorjahr kein Bild der Besorgnis. Sie liegen im historischen Durchschnitt, und das niedrige Zinsumfeld stützt weiter die Wirtschaft und die Aktienmärkte."

Auf Selektion setzt auch Michael Kukacka, Geschäftsführer Ringturm KAG und Leiter ESPA Österreich-Aktienfonds: "Auf den ersten Blick ist der ATX im Vergleich zu anderen Indizes wie DAX oder Dow Jones ein Trauerspiel. Uns fehlen ganz einfach Titel aus den Outperformer-Branchen der letzten Jahre wie Gesundheit, Konsum oder Technologie. Den Erfolg muss man daher in der Nische suchen." Bei einem zweiten Blick fände man an der Wiener Börse nämlich ausgezeichnete Unternehmen, die mit einer erfolgreichen Nischenstrategie Marktführer sind sowie ein Top-Management und hohe Bilanzqualität besäßen. Dazu zählt Kukacka unter anderem Andritz, Schoeller-Bleckmann, Mayr-Melnhof oder Rosenbauer "und die Liste ließe sich noch beliebig erweitern". Auch er sieht steigende Unternehmensgewinne als Schlüssel zum Erfolg: "Wien hat bei den Unternehmensgewinnen deutlich stärker verloren als Frankfurt oder New York. Und sich bisher auch nicht wieder erholt. 2014 sehen wir hier Aufwärtspotenzial und damit gute Chancen für österreichische Aktien."

Am Wiener Immobilienmarkt wird eine unverändert hohe Nachfrage und ein geringes Angebot auch das Jahr 2014 bestimmen. "Zinshäuser gibt es fast keine mehr zu kaufen, und bei leistbarem Wohnraum trifft eine besonders hohe Nachfrage auf ein sehr geringes Angebot. Obwohl Wien jährlich um rund 25.000 Einwohner wächst, gibt es deutlich zu wenig Neubau. Die Politik ist daher gefordert, Investitionen zu fördern", fasst Johannes Endl, Vorstand der ÖRAG-Österreichische Realitäten AG, die Marktsituation zusammen. Am Investmentmarkt seien Käufer zuletzt deutlich selektiver geworden. "Ein Zinshaus oder eine Vorsorgewohnung sind kein Sparbuch. Das hat sich inzwischen herumgesprochen. Investoren sind vorsichtiger geworden und prüfen genau das Produkt und die Planannahmen." Passen diese, biete der Wiener Wohnimmobilienmarkt unverändert Investitionschancen. Am Büroimmobilienmarkt seien wieder verstärkt (internationale) institutionelle Investoren aktiv. Im Fokus stünden vor allem Office-Neubauten mit langfristigen Mietverträgen.

Riesiges Aufwärtspotenzial für den europäischen Telekom-Sektor sieht Hannes Ametsreiter, CEO der Telekom Austria Group: "Europas Telekomunternehmen sind vom ehemaligen Technologieführer zum Nachzügler verkommen. Das ist bedauerlich, birgt für die Zukunft aber große Chancen". Um diese zu nützen bedürfe es einer weiteren Marktkonsolidierung "da wir sonst zwar niedrige Preise aber eine schlechte Infrastruktur haben", attraktive regulatorische Rahmenbedingungen, die Wachstum und Innovationen fördern und viel Arbeit. "Wir haben in den nächsten Jahren einen harten Job vor uns, um mehr Effizienz zu schaffen und Innovationen zu ermöglichen. Wer hier zuerst etwas macht, wird vorne sein - auch an den Kapitalmärkten." Die Telekom Austria sieht Ametsreiter in den jeweiligen Märkten als Nummer 1 oder 2 gut positioniert. Wichtigster Markt für die in Südosteuropa stark vertretene Telekom-Gruppe sei unverändert Österreich: "Hier gewinnen oder verlieren wir." Am Heimmarkt habe es zuletzt vor allem im Festnetzbereich eine positive Entwicklung gegeben. Wachsen wolle man vor allem durch "Konsolidierung, dort wo es geht", weitere Schritte in Richtung Konvergenz und erst dann durch eine regionale Verbreiterung.

Bilder und Präsentationen finden Sie unter www.q-check.at

Über Q-Check - Quarterly Market Update

Die Initiative Q-Check (Quartals-Check) setzt sich zum Ziel, ein schlagkräftiges Branchen-Netzwerk zum Erfahrungs- und Informationsaustausch für die Stärkung des heimischen Kapitalmarkts zu schaffen. Im Rahmen vierteljährlicher Treffen in der Wiener Sky-Bar präsentieren Finanzhäuser ihre Markteinschätzungen für das nächste Quartal, und Branchenexperten diskutieren Entwicklungen der nationalen und internationalen Finanzmärkte mit der Finanzcommunity sowie Fachjournalisten und Anlegern. Die Initiatoren des Q-Check sind DerBörsianer, eine Marke von Wayne Financial Media und Metrum Communications.

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