LH Pröll unterzeichnete gemeinsames Arbeitsprogramm mit Südmähren, Südböhmen und Vysocina

Grenzüberschreitende Fachhochschul-Studiengänge sollen 2015 starten

St. Pölten (OTS/NLK) - Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll unterzeichnete heute, Donnerstag, in Brünn das gemeinsame Arbeitsprogramm des Landes Niederösterreich und der tschechischen Kreise Südböhmen, Südmähren und Vysocina für die Jahre 2014 bis 2017. Pröll sprach dabei von einem "historischen Zusammentreffen": "Es ist dies nicht nur das bereits elfte Arbeitsübereinkommen zwischen Niederösterreich und den Regionen auf tschechischer Seite, sondern wir befinden uns auch in einem historischen Jahr, in dem wir 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhanges und zehn Jahre EU-Erweiterung feiern."

Neben dem niederösterreichischen Landeshauptmann unterzeichneten auch die Kreishauptleute Dr. Michal Hasek (Südmähren), Dr. Jiri Behounek (Vysocina) und Mag. Jiri Zimola (Südböhmen) das Übereinkommen, anwesend war auch der Premierminister der tschechischen Republik, Ing. Jiri Rusnok.

Die Unterzeichnung des ersten Arbeitsübereinkommens habe noch unter "vollkommen anderen Begleitumständen" stattgefunden, erinnerte Pröll: "Damals waren wir benachbarte Fremde, heute sind wir Freunde." Man habe die "historische Verpflichtung, einen Beitrag dazu zu leisten, dass wir weiter zusammenwachsen", betonte der Landeshauptmann. Er freue sich deshalb sehr, dass es im Rahmen dieses Arbeitsübereinkommens nun möglich sei, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf Ebene der Fachhochschulen zu fixieren: "Für die jungen Menschen, die an dieser Fachhochschule studieren, wird es in 20, 30 Jahren selbstverständlich sein, dass sie in einer gemeinsamen Region leben und arbeiten. Es gibt nichts zukunftsträchtigeres, als der Jugend diese Chance zu bieten."

Pröll betonte auch, dass man das heute unterzeichnete Arbeitsprogramm bis 2017 "Schritt für Schritt abarbeiten" werde:
"Jeder und jede von uns muss sich tagtäglich bemühen, dieses Programm umzusetzen. Das wird in vielen Bereichen sehr freundschaftlich sein, in anderen Bereichen werden wir uns anstrengen und miteinander diskutieren müssen, etwa in Fragen, die uns noch auf Distance halten, so etwa in der Frage der atomaren Nutzung." Es dürfe jedoch kein Thema geben, "wo es keine Kooperation und vor allem auch Kommunikation gibt", so Pröll.

Premierminister Rusnok sprach von einem "wesentlichen Schritt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", denn es brauche "konkrete Schritte, um Menschen zusammenzubringen". Er sehe in der Zusammenarbeit zwischen den tschechischen und österreichischen Regionen "großes Potenzial", so Rusnok.

"Wir haben eine reiche Vergangenheit und möchten daran eine gemeinsame Zukunft anknüpfen", sagte der südmährische Kreishauptmann Hasek in seiner Stellungnahme. Kreishauptmann Behounek aus Vysocina betonte wie auch sein Amtskollege Zimola aus Südböhmen die Bereitschaft, das Arbeitsübereinkommen zu realisieren.

Auf Basis der früheren Arbeitsübereinkommen zwischen dem Land Niederösterreich und den tschechischen Kreisen Südmähren, Südböhmen und Vysocina wurden bereits zahlreiche Projekte umgesetzt, so zum Beispiel das grenzüberschreitende Hochwasser-Frühwarnsystem oder auch kulturelle Initiativen wie die grenzüberschreitende Landesaustellung im Jahr 2009.

Das neue, heute unterzeichnete Arbeitsübereinkommen sieht nun die Einrichtung von grenzüberschreitenden Fachhochschul-Studiengängen unter der Führung der IMC Fachhochschule Krems (mit einem Außenstandort Hollabrunn) und der Mendel Universität Brünn vor. Geplant sind die Bachelorstudiengänge "Agrarwirtschaft/Agrobusiness" sowie "Lebensmittelmanagement mit Schwerpunkt Lebensmittelsicherheit". Die beiden Studiengänge sollen im September 2015 starten. Themen des neuen Arbeitsübereinkommens sind auch die Nordautobahn (der Abschnitt Schrick - Poysdorf Nord soll Ende 2016 fertig sein, der Abschnitt Poysdorf Nord - Drasenhofen soll Ende 2016/2017 die Verkehrsfreigabe erhalten) sowie die vertiefende Zusammenarbeit bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.

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