ÖGB-Zellhofer: Gesund bleiben in den Gesundheitsberufen

Großteil der Beschäftigten klagt über Beschwerden im Wirbelsäulenbereich

Wien (OTS/ÖGB) - "Es ist absurd, aber eine Tatsache. Gerade in den Gesundheitsberufen klagen immer mehr Beschäftigte über krankmachende Arbeitsbedingungen. Da ist dringender Handlungsbedarf", stellt der Vorsitzende der ÖGB-ARGE- Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe (ÖGB-ARGE-FGV), Josef Zellhofer, anlässlich des heutigen Tages der Gesundheitsberufe fest.++++
In verschiedenen Umfragen in den Gesundheitsberufen geben 70 bis 90 Prozent der Befragten Beschwerden im Wirbelsäulenbereich an. Besonders dort, wo technische Hilfsmittel nicht eingesetzt werden können. Zellhofer: "Diese Erkrankungen müssen in die Liste der Berufserkrankungen aufgenommen werden. Gleichzeitig muss aber auch alles unternommen werden, um die Ursachen zu beseitigen."
Weiters haben arbeitsmedizinische Untersuchungen die negativen gesundheitlichen Auswirkungen der Nachtarbeit auch in den Gesundheitsberufen bestätigt. Derzeit sind nicht alle Gesundheitsberufe, die Nachtarbeit tätigen im Nachtschwerarbeitergesetz erfasst. Die ÖGB-ARGE-FGV fordert daher die Aufnahme aller Gesundheitsberufe in das Nachtschwerarbeitergesetz. Es ist auch wissenschaftlich belegt, wie wichtig und effizient gesundheitsfördernde Maßnehmen für die ArbeitnehmerInnen sind. Darauf muss in Zukunft vermehrt Augenmerk gelegt werden. Der ÖGB-ARGE-FGV-Vorsitzende fordert daher gesundheitsfördernde Maßnahmen für die Beschäftigten, da diese auch im Rahmen der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen eine wesentliche Rolle spielen. Zellhofer: "Wir wollen einen Rechtsanspruch auf gesundheitsfördernde Maßnahmen." Kritisch sieht der ÖGB-ARGE-FGV-Vorsitzende den hohen Anteil berufsfremder Tätigkeiten (speziell hauswirtschaftliche Tätigkeiten), der von den qualifizierten Pflegekräften geleistet wird um die Bedürfnisse der PatientInnen zu befriedigen, wenn die eigentlich zuständigen Hilfsdienste oder ExpertInnen nicht erreichbar sind. Ähnliches gilt für den bürokratischen Aufwand - hier wird im speziellen allerdings auch die von den Pflegeeliten selbst forcierte Pflegedokumentation und -planung angesprochen.
Zellhofer: "Vielfach wird die Schreibtischarbeit, weil patientenfern, entgegen den Ursprungsintentionen der Berufswahl erlebt. Kritisiert daran wird auch, dass bei ohnehin zu wenig Personal, das vorhandene wenigstens direkt mit den PatientInnen arbeiten sollte. Zum Teil wird der bürokratische Aufwand auch unter einem Kontrollaspekt gesehen, der den persönlichen Gestaltungsspielraum einschränkt".

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