Zentralafrikanische Republik & Sudan: SOS-Kinderdörfer hoffen auf baldiges Ende der Kämpfe

Bislang keine unmittelbare Bedrohung für Kinder und Mütter in den SOS-Kinderdörfern. Alle Familien in Sicherheit. Lage trotzdem angespannt und schwierig.

Bangui/Malakal/Innsbruck/Wien (OTS) - Nach dem Rücktritt des zentralafrikanischen Staatschefs Michele Djotodia versprach Interimspräsident Alexandre-Ferdinand Nguendet ein Ende der Anarchie. Seit Monaten befindet sich die Zentralafrikanische Republik in einem Ausnahmezustand von Gewalt und Chaos. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, humanitäre Hilfe ist dringend nötig.

SOS-Kinderdorf Bangui: Kinder in Sicherheit, Schutz für 3.000 Flüchtlinge

Der deutsche Journalist Till Müllenmeister besuchte in der zentralafrikanischen Republik das SOS-Kinderdorf Bangui und berichtete, die Familien würden von zentralafrikanischen multinationalen Streitkräften beschützt und seien in Sicherheit. Die SOS-Kinderdörfer sind "sichere Häfen", in denen versucht werde, den Kindern ein gewisses Maß an Normalität zu vermitteln, so Müllenmeister.

Angesichts der Gewalt in Bangui sind 100.000 Menschen vor den Kämpfen zwischen rivalisierenden Milizen geflüchtet. Über 3.000 von ihnen fanden im Kindergarten und in der Schule des SOS-Kinderdorfs vorübergehend Schutz. SOS-Kinderdorf Zentralafrika Direktor Marcel Koyadouma: "Wir kümmern uns um viele Flüchtlinge, daher ist es wichtig, Medikamente und Nahrungsmittel zu bekommen."

Südsudan: SOS-Kinderdorf-Familien derzeit auch sicher, Lage aber äußert brisant!

Die Bilanz ist schockierend: Etwa einen Monat nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs zählt der Südsudan 10.000 Tote und 355.000 Flüchtlinge. Laut der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) gab es in den Städten Bor, Bentiu und Malakal Folter und Gräueltaten an Zivilisten. Kinder und Mitarbeiter im SOS-Kinderdorf Malakal blieben von all dem verschont. Sie können sich aber nur im Dorf aufhalten, die Tore bleiben zu. Ein Jugendbetreuer geriet vor wenigen Tagen außerhalb des Dorfes ins Kreuzfeuer und wurde verletzt. Am Montag besprachen Vertreter von SOS-Kinderdorf und UNMISS eine mögliche Evakuierung. Die Umsetzung wurde durch neue Kämpfe verhindert - zum Glück, wie sich herausstellte: Laut Simon Ruai aus dem SOS-Kinderdorfs Malakal kam es an dem Tag auch im UMISS-Camp zu Schießereien, bei denen vier Personen starben. "Nicht einmal mehr die UN-Camps sind sicher!"

Die Kinder und Familien bleiben daher bis auf weiteres im SOS-Kinderdorf. Durch die Unterstützung des Welternährungs-Programms und der UNICEF hat das SOS-Kinderdorf Malakal Lebensmittelvorräte für die nächsten zehn Tage erhalten. Die Schulen sind seit Anfang des Jahres geschlossen.

Foto (Till Müllenmeister/honorarfrei): Die Kinderdorf-Mütter im SOS-Kinderdorf Bangui hoffen auf ein baldiges Ende der Kämpfe und endlich wieder Frieden im Land, vor allem für ihre Kinder, die sie mit viel Herz und Zuwendung in eine hoffnungsvolle Zukunft begleiten wollen.

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Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Innsbruck),
Tel. 0676/88144201, viktor.trager@sos-kd.org
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