• 15.01.2014, 16:52:08
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American Jewish Committee prangert skandalöse Zustände beim Umgang mit NS-Raubkunst an

ARD-Magazin "Kontraste": Neuer Raubkunst-Verdacht in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Utl.: ARD-Magazin "Kontraste": Neuer Raubkunst-Verdacht in den
Bayerischen Staatsgemäldesammlungen =

Berlin (ots) - Das American Jewish Committee (AJC) hat den Deutschen

Bundestag aufgefordert, rechtlich bindende Rahmenbedingungen für die
Rückführung von NS-Raubkunst zu schaffen. Der von meist
deutsch-stämmigen Juden gegründete Verband regte an, eine
Enquete-Kommission einzurichten. Diese solle klären, welche
Strukturen und Ressourcen benötigt würden, um die Prinzipien der
Washingtoner Holocaust-Konferenz von 1998 wirksam umzusetzen.

Dass deutsche Museen entgegen der Washingtoner Erklärung nur selten
die Herkunft ihrer Bestände zurückverfolgten, sei skandalös, sagte
die Direktorin des Berliner Büros des AJC, Deidre Berger, dem
ARD-Politikmagazin "Kontraste". Sie empfahl, ein Zertifikat für
Museen einzuführen. Dieses solle vergeben werden, wenn Einrichtungen
die Herkunft ihres kompletten Bestands geklärt hätten und damit frei
von Raubkunst seien.

Das ARD-Politikmagazin "Kontraste" machte darüber hinaus einen bisher
unbekannten Fall von NS-Raubkunst in Bayern ausfindig. Dort fordert
die Erbengemeinschaft des ehemaligen jüdischen Bankhauses "Hagen und
Co." das Gemälde "Das Zitronenscheibchen" von den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen zurück. Das Berliner Bankhaus wurde 1938 in
die Liquidation getrieben und die Familie war gezwungen, zahlreiche
Gemälde zu verkaufen, darunter "Das Zitronenscheibchen".

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beharren jedoch darauf, das
Kunstwerk des niederländischen Barock-Malers Jacob Ochtervelt sei
nicht verfolgungsbedingt verkauft worden. Gleichwohl räumt ihr
Generaldirektor Klaus Schrenk in "Kontraste" ein, dass man die
Herkunft des Kunstwerks lange Zeit nicht geklärt habe.

Der Enkel des einstigen Besitzers, Louis Hagen, kritisiert, dass sich
für die Museen aus den Washingtoner Prinzipien nur eine moralische
Verpflichtung ergibt, nicht aber eine rechtlich bindende
Verantwortung, geraubte Kunst zurückzugeben. "Kontraste" sagte er, er
fühle sich im Augenblick hilflos, weil er nicht klagen könne und
darauf angewiesen sei, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
ihm entgegen kämen.

Weitere Informationen dazu am Donnerstag, 16.01.2014, um 21.45 Uhr im
ARD-Politikmagazin "Kontraste"

Für Nachfragen: Redaktion "Kontraste", Telefon: 030 / 97993-22801,
kontraste@rbb-online.de

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