Familienbeihilfe neu: Großer Wurf ist noch nicht erkennbar

Wien (OTS) - Der Familienverband steht der geplanten Reform abwartend reserviert gegenüber. Positiv sei die Beibehaltung des Schulstartgeldes, von einer Wertanpassung sei man bei der Familienbeihilfe aber weit entfernt.

Die Familienbeihilfe soll ab Juli in einem ersten Schritt um
vier Prozent erhöht werden; geringere Anpassungen werden 2016 und 2018 erfolgen. "Ein positives Signal, allerdings deckt die geplante Erhöhung den jahrelangen Wertverlust bei weitem nicht", kritisiert Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes und verdeutlicht das mit einem einfachen Rechenbeispiel: "Der Grundbetrag für die Familienbeihilfe beträgt seit 14 Jahren unverändert 105,40 Euro. Wäre dieser Betrag jährlich wertangepasst worden, müsste er heute schon bei 140,60 Euro pro Jahr und Kind liegen", so Trendl.

Für diese Anpassung in drei Schritten sind 830 Millionen Euro veranschlagt. "830 Millionen Euro klingen viel. Da die Familienbeihilfe für ca. 1,75 Millionen Kinder ausbezahlt wird, relativiert sich dieser Betrag sehr schnell", so der Präsident des Katholischen Familienverbandes. "Ich bin gespannt, wie die geplante Erhöhung für die 1,1 Millionen Familien in Österreich konkret am Kontoauszug ausfallen wird."

Die geplante Erhöhung der Familienbeihilfe in drei Schritten ist für den Familienverband nur der Beginn. Längerfristig fordern die Familienorganisationen eine regelmäßige, gesetzlich vorgeschriebene Erhöhung der Familienbeihilfe, die an die Inflation gekoppelt ist. "Was für Parteienförderungen und Pensionen selbstverständlich ist, muss auch für Familien gelten", fordert Trendl. "Wir dürfen
nicht bei den Kindern und ihrer Zukunft sparen".

Dass das Schulstartgeld - 100 Euro für die sechs- bis fünfzehnjährigen Kinder - nun doch bleibt, ist für den Familienverband erfreulich. "Jeder Schulanfang verursacht
erhebliche Kosten und das Schulstartgeld ist hier eine wichtige Unterstützung", so Trendl. Den großen Wurf kann er in den geplanten Änderungen noch nicht erkennen. "Wirklich interessant wird die konkrete Ausgestaltung insbesondere bei der Geschwisterstaffel sein." Trendl erwartet sich die Umsetzung des Ministerratsbeschlusses vom 18. Juni 2013.

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