ÖGJ: Strafen sind kein Allheilmittel

Betriebe müssen wieder mehr Jugendliche ausbilden

Wien (OTS/ÖGB) - "Je niedriger die Ausbildung, desto größer ist das Risiko arbeitslos, zu werden. Die Gewerkschaftsjugend begrüßt daher, dass sich die Regierung darum kümmert, dass Jugendliche nach der Pflichtschule eine Ausbildung machen", sagt Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Es kommt aber darauf an, was alles als Ausbildung betrachtet wird. "Wichtig sind qualitativ hochwertige Ausbildungen, die bis zum Lehrabschluss führen, und nicht kurzfristige Unterbringungen in AMS-Kursen, um die Statistik zu schönen." Außerdem müssen die Begabungen und Interessen der Jugendlichen berücksichtigt werden. "Wer MaschinenbauerIn lernen will, darf nicht in einen Friseure-Kurs gezwungen werden." Die geplanten Geldstrafen lehnt die ÖGJ strikt ab.

Nicht nur die Jugendlichen, auch die Betriebe müssen in die Pflicht genommen werden. "Immer weniger Betriebe bilden aus. Junge Menschen haben nur dann eine Chance auf eine gute Ausbildung, wenn sich das ändert", sagt Ernszt.

Die Geldstrafen, die künftig von den Eltern zu zahlen sind, sind aus Sicht der ÖGJ nicht zielführend. Ernszt: "Strafen sind kein Allheilmittel. Damit werden nur Symptome bekämpft, aber nicht die Ursachen." So machen beispielsweise viele junge Mütter keine Ausbildung, weil es keine geeignete Kinderbetreuung gibt. "Besser wäre, den Jugendlichen zu helfen und die Rahmenbedingungen zu verbessern, anstatt die Eltern zu strafen, die oft selbst von Arbeitslosigkeit betroffen sind", sagt der ÖGJ-Vorsitzende.

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