Pendlerrechner: Gewerkschaft vida fordert vom Finanzministerium Überarbeitung

Hebenstreit: "Kontraproduktive Methoden": Werden trotz Milliardeninvestitionen in Öffis die PendlerInnen von der Finanzverwaltung in die PKW getrieben?

Wien (OTS/ÖGB) - "Der neue Online-Pendlerrechner hat sich laut den ersten Tests der AK Steiermark als kontraproduktiv herausgestellt, weil er die Pendler offenbar an den öffentlichen Verkehrsmitteln vorbeischleust und somit indirekt den Individualverkehr fördert", kritisiert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida. Hebenstreit und die Gewerkschaft unterstützen deshalb die Forderung der AK nach einer Überarbeitung des Rechners, bevor dieser auf der Homepage des Finanzministeriums zur Verfügung gestellt wird. ****

Laut erster Tests durch AK-Experten liefere der Rechner, der künftig Grundlage für die Zuerkennung des Pendlerpauschales sein soll, gravierende Ungereimtheiten bei den ausgegebenen Daten. So würden vom Pendlerrechner oft längere Fahrzeiten mit dem Auto bevorzugt ausgegeben und unter Umständen eine geringere Höhe der Pauschale, weil die Pendelstrecke zwar weniger effizient, aber dafür kürzer sei, kritisiert die AK Steiermark in einer APA-Meldung.

Ein von der AK durchgerechnetes Beispiel habe ergeben, dass PendlerInnen - damit Wegstrecken insgesamt ein paar Kilometer kürzer würden - mit dem Pkw unter Umständen nicht zum nächstgelegenen öffentlichen Verkehrsmittel sondern zu beachtlich weiter entfernten Bahnhöfen gelotst würden, um dann erst auf Öffis umsteigen zu dürfen.

Die Gewerkschaft vida ortet Steuergeldverschwendung, da die Verkehrsverbünde in ihren elektronischen Fahrplänen für Öffi-PendlerInnen schon jetzt bessere Kilometerrechner als jenen Rechner des Finanzministeriums anbieten würden.

"Es wäre ein Skandal, wenn unter dem Diktat leerer Kassen der Rechner bewusst auf diese Art und Weise programmiert worden wäre, um auf dem Rücken der Pendler und auf Kosten der Umwelt zu sparen", kritisiert Hebenstreit. Das Finanzministerium habe dringenden Aufklärungsbedarf und sei aufgefordert, von derart kontraproduktiven Methoden abzulassen: "Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung beschließt, weitere Milliarden in den Ausbau des umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrs zu investieren, und das Finanzministerium dann die Pendler möglicherweise aus zweifelhaften Spargedanken förmlich in die Pkw und somit zum Individualverkehr treibt", sagt der vida-Gewerkschafter.

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