Neues Volksblatt: "Leistungsbeweis" von Markus EBERT

Ausgabe vom 15. Jänner 2014

Linz (OTS) - Mit den Zahlen der Kirchenaustritte lässt sich trefflich spielen. Dass die Zahl der Katholiken von 2012 auf 2013 nur um 0,94 Prozent gesunken ist, nennt ein Kirchenvertreter eine "Stabilisierung mit Hoffnungspotenzial". Tatsächlich zählt Österreich immer noch rund 5,36 Millionen Katholiken, "im Vergleich mit anderen großen Institutionen des Landes" stehe man "sehr gut" da, so der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe - ohne freilich diese anderen Institutionen näher zu definieren.
Dass von der Gesamtzahl aber lediglich gute zwölf Prozent das "Premiumangebot" der Kirche - sprich den Sonntagsgottesdienst -annehmen, steht auf einem anderen Blatt. Mit Ostern, Weihnachten, Allerheiligen, Taufe, vielleicht Firmung oder Trauung und ziemlich sicher Begräbnis fühlt sich der Großteil der Katholiken offenbar ausreichend bedient, den Kirchenbeitrag für diese seelsorgerische "Grundversorgung" empfindet man, so scheint's, als gerechtfertigt. Dennoch wäre es ungerecht, die Leistungen der Kirche nur daran zu messen, wie gut Gottesdienste besucht sind. Gesellschaftliches Engagement, von der Jugend- bis zur Altenbetreuung, Eintreten für die Menschen am Rand der Wohlstandsgesellschaft oder unmittelbare Hilfe für jene mitten in den Hungergesellschaften, aber auch der Erhalt wertvoller Kulturgüter: Nimmt man das und anderes mehr als Leistungsbeweis, dann steht die Kirche tatsächlich sehr gut da.

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