Ostermayer beteuert Vertrauen zu Hartmann

Wien (OTS/SN) - Wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Ausgabe morgen, Mittwoch, melden führt die Kulturpolitik den neuen Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) mitten in ein Schlamassel:
ins Burgtheater und in seinen Finanzskandal.

SN: Herr Minister, wie retten Sie das Burgtheater?
Ostermayer: Gemeinsam mit Matthias Hartmann, gemeinsam mit Georg Springer (Chef der Bundestheater-Holding) und gemeinsam mit Max Kothbauer (Chef des Holding-Aufsichtsrats). Ich hab mit allen dreien Gespräche geführt, mit Matthias Hartmann zwei Mal. Und von allen wurde mir versichert, dass bald ein Bericht von Wirtschaftsprüfern kommt.
In der Zwischenzeit werden wir miteinander über Vorschläge in Hinblick auf die Zukunft reden, wie das Burgtheater seine Aufgaben bewältigen kann - in hoher Qualität und ohne Schließtage oder was sonst da (an Sparmaßnahmen, Anm.) in den Raum gestellt worden ist.

SN: Worauf gründet sich Ihr Vertrauen in Matthias Hartmann? Ostermayer: Ich habe weder in Gesprächen mit ihm noch in jenen mit den Vertretern der Holding einen Grund für einen Vertrauensentzug erkennen können. Er hat mir offen die Situation geschildert, auch die Gespräche mit den anderen Herren waren offen.
Wesentlich ist nun, dass die offenen Fragen rasch aufgeklärt werden. Da wurde mir gesagt, dass Ende Jänner erste Ergebnisse vorliegen sollen.

SN: Die Buchführung im Burgtheater ist offenbar in solchem Chaos, dass eine leitende Mitarbeiterin fristlos entlassen worden ist. Warum ist Matthias Hartmann als Direktor und einer von zwei Geschäftsführern trotzdem für Sie verlässlich?
Ostermayer: Matthias Hartmann hat mehrfach öffentlich dargelegt, dass seine primäre Aufgabe jene des Künstlerischen Direktors ist. Ich hab das auch in anderen Situationen so gesehen: Es gibt eine gewisse Aufgabenteilung in der Leitung eines Unternehmens.
Da ist einer verantwortlich für den ökonomischen Teil, der andere für den künstlerischen Teil. Auch aus den Gesprächen mit Georg Springer und Max Kothbauer hätte ich keine Vorwürfe erkennen können, die Matthias Hartmann betreffen. Und ich gehe davon aus, ja, ich vertraue darauf, dass Georg Springer und Max Kothbauer mir die richtigen Informationen geben. Meine Grundhaltung ist nicht die eines Misstrauens zu den Menschen, sondern ich habe Vertrauen, und das so lang, als es nicht missbraucht wird.

SN: Matthias Hartmann erläutert die Finanznöte unter anderem mit den eingefrorenen Subventionen. Wird es möglich, die zu erhöhen? Ostermayer: Jede Geschäftsführung muss vor allem darauf achten, dass ihre Ausgaben nicht höher sind als ihre Einnahmen. Im Burgtheater gibt es unterschiedliche Einnahmequellen, nicht nur Subventionen, sondern auch Kartenverkauf oder Sponsoring.
Diesbezüglich habe ich die drei Herren gebeten, mir Vorschläge zu machen. Wir werden uns zusammensetzen und das gemeinsam für die Zukunft diskutieren.
Außerdem: Ich bin ja formal noch nicht einmal Kulturminister (das neue Bundesministeriumsgesetz wird voraussichtlich im Februar in Kraft treten, Anm.).

SN: Eine kleine Einnahmequelle brächte den Theatern Steuerabsetzbarkeit von Spenden. Bis wann wird es die geben? Ostermayer: Das steht im Regierungsprogramm; dieses ist auf fünf Jahre ausgelegt. Allerdings: An diesem Punkt hab ich bereits begonnen zu arbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Hedwig Kainberger

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PSN0001