AK Vizepräsidentin Anderl: "Lehrlinge brauchen mehr Unterstützung beim Lernen"

Viele trauen sich nicht, zur Lehrabschlussprüfung anzutreten - Lehrlinge wünschen sich vor allem mehr Unterstützung im Betrieb, zeigt Studie

Wien (OTS/AK) - Niedrige Ausbildungsqualität, niedriger Berufsschulerfolg, ein niedriger Vorbereitungsgrad auf die Lehrabschlussprüfung und ausgeprägte Prüfungsängste: Das sind die Risikofaktoren, warum Lehrlinge nicht zur Lehrabschlussprüfung antreten, zeigt eine neue Studie des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung. Die Studie wird heute auf einer Veranstaltung von AK Wien und Unterrichtsministerium präsentiert. "Die Lehrlinge brauchen mehr Lernunterstützung im Betrieb", sagt auf der Veranstaltung AK Wien Vizepräsidentin Renate Anderl. Die AK setzt sich schon länger für mehr Qualität in der Lehrausbildung ein - jetzt steht Qualitätsmanagement in der Lehrausbildung im Regierungsprogramm. "Aber das muss rasch kommen", sagt Anderl: "Wir brauchen die gesetzliche Verankerung eines Qualitätsmanagements und wir wollen, dass Förderungen für Lehrbetriebe an eine entsprechende Qualität der beruflichen Ausbildung geknüpft werden."

Für die Studie über die Antrittswahrscheinlichkeit bei der Lehrabschlussprüfung haben Peter Schlögl und Martin Mayerl vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung 4.863 Fragebögen ausgewertet. Ausgangspunkt war: Ein Fünftel der Lehrlinge, die zur Abschlussprüfung antreten, schafft die Prüfung nicht im ersten Anlauf, gleichzeitig treten viele Jugendliche erst gar nicht an. Jetzt wurde bei der flächendeckenden Befragung nachgeprüft, welche Faktoren die Antrittswahrscheinlichkeit erhöhen oder senken.

Fast ein Viertel der Lehrlinge gehört zur Hochrisikogruppe, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht antritt. Besonders gefährdet sind Jugendliche, bei denen niedrige Ausbildungsqualität, niedriger Berufsschulerfolg, ein niedriger Vorbereitungsgrad auf die Lehrabschlussprüfung und ausgeprägte Prüfungsängste zusammenkommen.

Allgemein äußern die Lehrlinge einen hohen Unterstützungsbedarf bei der Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Mehr als die Hälfte wünscht sich zusätzliche Unterstützung vor allem im Betrieb, aber auch in der Berufsschule. Und je höher der Stellenwert der Lehrabschlussprüfung ist, desto stärker ist der Wunsch nach Unterstützung.

"Die Lehrlinge brauchen vor allem mehr Lernunterstützung im Betrieb", schlussfolgert Renate Anderl aus den Studienergebnissen. Mögliche Maßnahmen wären die Verringerung der Arbeitsbelastung während der Prüfungsvorbereitung und die Thematisierung optimaler Verhaltensweisen während der Prüfungssituatiion in der Berufsschule.

Außerdem setzt sich die Arbeiterkammer dafür ein, dass das im Regierungsprogramm verankerte Qualitätsmanagement in der Lehrausbildung rasch kommt. Anderl: "Wir brauchen die gesetzliche Verankerung eines Qualitätsmanagements und wir wollen, dass Förderungen für Lehrbetriebe an eine entsprechende Qualität der beruflichen Ausbildung geknüpft werden."

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