AK Kaske: Sieg der Vernunft bei GmbH-Reform

Unternehmenssteuern hinken bereits jetzt Lohnsteuern hinterher

Wien (OTS) - "Die ursprünglich geplante steuerliche Entlastung für alle GmbHs war weder sachlich notwendig, noch sozial gerechtfertigt", sagt AK Präsident Rudi Kaske. Anstelle einer Gießkannenförderung an alle GmbHs, sollen künftig gezielt echte Neugründungen gefördert werden - "ein Sieg der Vernunft", so der AK Präsident.

Im Rahmen der GmbH-Reform im Juli 2013 wurde das gesetzliche Mindeststammkapital, das als Haftungspolster zur Verfügung steht, von 35.000 auf 10.000 Euro herabgesetzt. Gleichzeitig wurde allen bestehenden GmbHs (das wären in letzter Konsequenz bis zu 100.000 GmbHs) die Möglichkeit gegeben, ebenfalls das Kapital zu Lasten des Gläubigerschutzes zu reduzieren.

Nicht nur, dass damit das Unternehmensrisiko massiv auf Dritte ausgelagert wurde, waren auch die steuerlichen Ausfälle enorm: Neben einer Reduzierung der Mindestkörperschaftssteuer um 70 Prozent konnten Unternehmen darüber hinaus im Wege der Kapitalherabsetzung zusätzlich eine Ersparnis der 25-prozentigen Kapitalertragsteuer realisieren. Die jährlichen Kosten sollen sich auf 85 Millionen Euro belaufen.

Damit wird auch der breiten öffentlichen Kritik von Gläubigerschützern, Rechtsprofessoren und renommierten Anwälten Rechnung getragen, die immer wieder auf Mitnahmeeffekte, Einschränkung des Gläubigerschutzes und auf die Kosten der Reform hingewiesen haben. "Die nunmehrige Fokussierung der Reform auf tatsächliche Neugründungen ist kein Zurückrudern, sondern ein Sieg der Vernunft und ein Stück mehr steuerliche Gerechtigkeit. Denn die Unternehmenssteuern hinken bereits jetzt der Entwicklung des Lohnsteueraufkommens hinterher", schließt Kaske.

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