Sport ohne Vorbild? - ein Paradoxon

Wien (OTS) - Sportlerinnen und Sportler haben seit jeher Vorbildwirkung. Wer sich für Minderheiten und gegen Repression einsetzen möchte, sollte das auch dürfen - ohne selbst mit einer Bestrafung rechnen zu müssen.

Die agpro, die austrian gay professionals, betonen in der Diskussion um das mutige Selbst-Outing von Thomas Hitzlsperger und in Bezug auf die Aussage des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel zur politischen Äußerung von Sportlerinnen und Sportlern, dass die freie Meinungsäußerung ein hohes Gut ist. In vielen Ländern wird man dafür noch immer mit Freiheitsentzug oder sogar mit dem Tod bestraft.

Hitzlsperger hat Mut bewiesen und leistet durch seine Offenheit einen wesentlichen Beitrag für mehr Toleranz. Anfeindungen kommen allerdings aus vielen Ecken. Dazu sagt Markus Knopp, Präsident der agpro: "Wer sich im Gesundheitswesen, in der Kunst, in der Bildung und eben auch im Sport einen Namen gemacht hat, wird gerne und zu Recht von vielen als Vorbild herangezogen. Wenn ein solches Vorbild nun seine Popularität nutzt, um etwa für die Akzeptanz Homosexueller einzutreten, dann wird eben diese Vorbildwirkung ganz und gar nicht mehr gern gesehen - das ist schlichtweg homophob."

Zudem sollte es Sportlerinnen und Sportlern freigestellt sein, ob sie sich gegen Diskriminierung und für Humanität einsetzen möchten. Laut Aussage von Peter Schröcksnadel sollten sportliche Großereignisse ja vollkommen entkoppelt von irgendwelchen politischen Gegebenheiten sein. Dabei sind es gerade Großereignisse wie die Olympischen Spiele oder die Welt- und Europameisterschaften, die politisch Verantwortliche nur allzu gerne als Bühne nutzen. Ein Maulkorb für Sportlerinnen und Sportler sei daher, so Knopp, ein falsches Signal. Vor allem dann, wenn der Maulkorb vom mächtigsten Sportfunktionär verhängt wird, der sich selbst in seiner Funktion politisch äußert.

Der Präsident der agpro betont, dass speziell jene Personen sensibel mit ihren Aussagen umgehen sollten, die Kraft ihrer Position einen wesentlichen Beitrag zu einer diskriminierungsfreien Gesellschaft leisten könnten. "Wenn Herr Professor Schröcksnadel lieber Werbung für Familien denn für Homosexualität sieht, ist das sein gutes privates Recht. Aber er bekleidet ein öffentliches Amt und sollte daher sorgsam in seinen Äußerungen sein. Im Übrigen gründen nicht nur Heterosexuelle sondern auch Homosexuelle eigene Familien", so Knopp.

Über die agpro:

agpro - austrian gay professionals - ist das Netzwerk schwuler und bisexueller Unternehmer, Fach- & Führungskräfte. Es wurde gegründet, um die Akzeptanz und Gleichstellung gleichgeschlechtlich liebender Menschen speziell im beruflichen Umfeld zu erhöhen. Die agpro existiert seit 1998 und ist überparteilich, aber politisch engagiert.

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