Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2013 an Christopher Clark und Emmerich Tálos

Wien (OTS/SK) - Der Historiker Christopher Clark und der Politologe Emmerich Tálos sind die Preisträger für das Politische Buch 2013. Clark erhält die Ehrung für seine umfassende Monografie über Vorgeschichte und Ausbruch des Ersten Weltkrieges "Die Schlafwandler". Tálos wird für sein publizistisches Gesamtwerk geehrt. Die Preisverleihung findet im kommenden Frühjahr statt. Anerkennungspreise erhalten Eva Geber und Gilles Reckinger. ****

Der 1969 in Australien geborene Christopher Clark lehrt derzeit in Cambridge Neuere Europäische Geschichte. "Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" ist eine der wichtigsten Neuerscheinungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Clark beschreibt minutiös die Interessen und Motivationen der politischen Akteure und er zeichnet das Bild einer Welt, in der gegenseitiges Misstrauen, Fehleinschätzungen, Überheblichkeit, Expansionspläne und nationalistische Bestrebungen zu einer Situation führten, in der ein Funke genügte, den Krieg auszulösen.

Der Bruno-Kreisky-Preis für das publizistische Gesamtwerk geht an Emmerich Tálos. Emmerich Tálos wurde 1944 in St. Margarethen im Burgenland geboren und lehrte bis 2009 an der Universität Wien Politikwissenschaften. Zu seinen Forschungs- und Publikationsschwerpunkten zählen Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat und Sozialpartnerschaft, die politische Entwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert und die Zeit des Austrofaschismus. Einer größeren Öffentlichkeit wurde Tálos 1981 mit seinem Buch "Staatliche Sozialpolitik in Österreich, Rekonstruktion und Analyse" bekannt. 2013 erschien von ihm "Das austrofaschistische Herrschaftssystem. Österreich 1933 - 1938".

In "Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiterzeitung von 1900 bis 1933" folgt Eva Geber akribisch dem politischen Kampf von Frauen. Die biografischen Skizzen der Autorinnen sowie der portraitierten Frauen veranschaulichen deren soziales und politisches Umfeld.

In "Lampedusa: Begegnungen am Rande Europas" erzählt der Ethnologe Gilles Reckinger einfühlsam von den Lampedusani und ihrer Mittelmeerinsel, auf die sich Bootsflüchtlinge aus Afrika retten. Er bricht mit schablonenhaften Sichtweisen und zeigt, dass die Begegnung mit dem Fremden keinen Raum für rassistische Projektionen lässt.

Den Preis für besondere verlegerische Leistungen erhält "exil zentrum für interkulturelle kultur und antirassismusarbeit" für die "edition exil". Migrations- und Emigrationserfahrungen, Exil und Rückkehr, das Leben zwischen Kulturen sowie aktuelle Themen im interkulturellen Kontext sind Schwerpunkte des Verlages.

Der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird alljährlich vom Karl-Renner-Institut und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation verliehen. Im Sinne des Lebenswerks Bruno Kreiskys ehrt und fördert der Preis politische Literatur, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und die Freiheit der Kunst einsteht.

Die PreisträgerInnen für 2013 im Überblick:

Christopher Clark für "Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog" (DVA/Random House 2013).
Emmerich Tálos für das publizistische Gesamtwerk.
Eva Geber für "Der Typus der kämpfenden Frau. Frauen schreiben über Frauen in der Arbeiter-Zeitung von 1900 bis 1933"(Mandelbaum Verlag, Wien 2013).

Gilles Reckinger für "Lampedusa: Begegnungen am Rande Europas" (Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2013).

"exil zentrum für interkulturelle kultur und antirassismusarbeit" für besondere verlegerische Leistungen. (Schluss) ah

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