AK Studie zeigt: Markante Schieflage bei Vermögenseinkommen

52 Prozent aller Vermögenseinkommen sind auf das oberste Prozent der Haushalte konzentriert

Wien (OTS) - "Diese Studie ist eine neuerliche Grundlage für unsere Forderung nach vermögensbezogenen Steuern", zieht Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, die Schlüsse aus der aktuellsten Studie zum Thema Vermögen in Österreich. Erstmals wurden in Österreich die Einkommen aus Vermögen wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Das oberste Prozent der Österreicherinnen und Österreicher verfügt über ein Jahreseinkommen aus Vermögen von rund 100.000 Euro.

Für die meisten österreichischen Haushalte stellen Einkommen aus Vermögen einen kleinen Zuverdienst für den Lebensunterhalt dar. Nur sehr wenige können indes allein von Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von wissenschaftlichen Mitarbeitern am Department für Volkswirtschaft der Wirtschaftsuniversität Wien, Stefan Humer, Mathias Moser, Michael Ertl und Atila Kilic, in Zusammenarbeit mit den Arbeiterkammern Wien und Niederösterreich. Als Datenbasis dienen die von der Oesterreichischen Nationalbank erhobenen Haushaltsdaten zu Einkommen und Vermögen (Household Finance and Consumption Survey, HFCS).

Rund drei Viertel aller Haushalte in Österreich beziehen ein Einkommen aus Vermögen. Für den bei Weitem größten Teil stellen lediglich Zinseinnahmen die einzige Einkunftsart dar. Erst im obersten Zehntel ändert sich das Bild deutlich, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Unternehmensbeteiligungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Zahlen ausgedrückt zeichnet sich folgendes Bild: Während 95 Prozent der Haushalte fast 97 Prozent ihrer Einkünfte aus Arbeit lukrieren (die restlichen rund 3 Prozent sind hauptsächlich Zinseinnahmen), bezieht das oberste ein Prozent bereits rund ein Drittel des Einkommens aus Vermögen (vorwiegend aus Unternehmensbeteiligungen). In Summe beläuft sich dieses Einkommen auf rund 100.000 Euro im Jahr, was einem monatlichen Zuverdienst von etwa 8.000 Euro entspricht. Insgesamt vereint das oberste Prozent damit 52 Prozent der Vermögenseinkommen auf sich.

"Dazu kommt, dass Kapitaleinkommen im Vergleich zu Einkommen aus Arbeit steuerlich begünstigt sind", sagt Studien-Koautor und AK-Mitarbeiter Matthias Schnetzer. Denn Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen - mit Ausnahme von Gewinnen aus Vermietung und Verpachtung - einem fixen Steuersatz von 25 Prozent. "Diese erneute deutliche Schieflage unterstützt daher einmal mehr unsere Forderung nach vermögensbezogenen Steuern", schließt Schnetzer.

Die komplette Studie finden Sie unter www.arbeiterkammer.at

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