Erfolgsmusical Elisabeth: Technische Sicherheit durch TÜV AUSTRIA

Wien (OTS) - Am 1.2.2014 verabschiedet sich der Musical-Welterfolg Elisabeth vom Wiener Raimundtheater und schließt damit ein wichtiges Kapitel in der Vielseitigkeit der TÜV AUSTRIA Gruppe.

1992 wie 2012 bei der Wiederaufnahme spielte der TÜV AUSTRIA eine wichtige Rolle im betrieblichen Sicherheitskonzept der Aufführungen. Robert Terp, heute Leiter des Fachbereichs Bühnentechnik des TÜV AUSTRIA, prüfte bereits bei der Uraufführung 1992 die Sicherheitsstandards der Bühnenaufbauten. "Die Richtlinien haben sich in den 20 Jahren stark verändert. Heute sind die Auflagenwesentlich strenger als damals". Mit Erscheinen der Maschinen-Sicherheitsverordnung 2010 (MSV) wurden wieder neue Rahmenbedingungen eingeführt, die je nach Typus und Belastung der Bühnentechnik eine Risikoanalyse sowie entsprechende Sicherheitsvorkehrungen verlangen.

Die Umsetzung des Musicals arbeitet mit massivem Einsatz von Hebebühnen und anderer, bis zu 2,5 Tonnen schwerer Technik, die auf engstem Raum heben, rotieren, einklappen oder falten, manchmal alles gleichzeitig. Dabei tummeln sich bis zu mehreren Dutzend Darsteller auf der Bühne, die kommen und gehen - eine sicherheitstechnische Herausforderung. Terp schätzt, dass auf Grund der neuen Verordnung der technische Sicherheitsaufwand für Elisabeth 2012 "um ein Drittel bis 50 % höher war" als bei der Uraufführung vor 20 Jahren.

Offener Szenenwechsel

Der Prolog des Musicals liefert nicht nur den Einstieg in ein szenisches Feuerwerk, sondern gibt dem Techniker ersten Einblick an die bühnentechnischen Herausforderungen. Das erste Bild zeigt den Mörder Elisabeths, Luigi Lucheni, dessen Leiche an einem langen, einer Feile nachempfundene Schwenkarm eines Baukrans hängt. Der Tod antwortet im Prolog dem Anarchisten und steigt über die Feile von oben auf die Bühne herab. Für den jeweiligen Schauspieler bedeutet dies, singend und gestenreich über einen 50 cm breiten und vierzehn Meter langen Steg zu balancieren und das alles in über fünf Metern Höhe.

Der Schwenkarm der Feile bescherte den Bühnentechnikern des Raimund-Theaters und den Sicherheitsexperten des TÜV AUSTRIA jede Menge Arbeit. Während Belastungstests mit dem entsprechenden Gewicht von sechs Darstellern anstelle der künstlerisch geforderten drei noch leicht durchgeführt werden konnten, stellt die Notwendigkeit eines Notstopps schon höhere Anforderungen. Der Schwenkarm der Feile dreht sich nicht nur horizontal, sondern kann auch - wie ein Taschenmesser - noch oben eingeklappt werden. Eine Fehlfunktion beim Hochklappen kann auf Grund der enormen hydraulischen Antriebskräfte für alle auf der Feile spazierenden Akteure erdrückend werden.

Bei den Dreh- und Hebebühnen war der Einbau einer Nothalt-Taste sogar bei der Funksteuerung nötig. Sicherheitsexperte Robert Terp:
"Nach der erforderlichen Risikobetrachtung benötigen die Funkfernsteuerungen einen Notstopp mit entsprechendem Sicherheitslevel, der die Apparate sicher zum Stillstand bringt". Eine derartige Vorrichtung war 1992 bei den Fernsteuerungen nur in einfachster Weise vorhanden.

Die hydraulisch betriebene Apparatur, deren Oberdeck wie die Schwingen eines Schwans gefaltet und gedreht werden können, verfügt in der Ausgabe des Raimund-Theaters über Sicherheits-Abschaltleisten. Sollte sich beim Drehen, Heben oder Falten Dinge verklemmen, schaltet sie sich sofort ab.

Auch Kunst braucht Sicherheit

Wenn Kultur auf technische Sicherheit trifft, ist die Kommunikation zwischen diesen Welten nicht einfach. "Wir müssen mit jedem Stück und mit jeder Aufführung immer größer, schöner und prächtiger werden", weiß Friedemann Klappert, der als Technischer Direktor der Vereinigten Bühnen Wien (Ronacher, Theater an der Wien und Raimundtheater) und 650 Vorstellungen pro Jahr, die Verantwortung trägt. Dazu brauche es "einerseits die Kreativität der Künstler und die Umsetzungskraft unserer Bühnentechniker. Aber wir benötigen auch einen unabhängigen Partner, der die Ideen auf den Boden holt und darauf achtet, dass unsere Arbeit für alle Beteiligten sicher bleibt. Und das ist für uns der TÜV AUSTRIA", bekräftigt der Technische Direktor der VBW.

Während des Aufbaus der Bühnentechnik und auch während der ersten Probearbeiten sind die Sicherheitstechniker des TÜV AUSTRIA vor Ort. "Wir müssen die Realität auf der Bühne kennenlernen", erläutert Robert Terp, "Abläufe und Auftritte verändern sich von einem Tag zum anderen". Wenn technische Sicherheitsvorkehrungen ausgeschöpft sind, bleiben immer noch organisatorische Maßnahmen, um die Aufführungen sicher zu gestalten. "Auf der engen Bühne wird mit tonnenschweren Hydraulikgeräten agiert. Und gleichzeitig sollen die Akteure die Bühne betreten und verlassen. Das muss bei aller künstlerischen Freiheit so geschehen, dass nichts und niemand zu Schaden kommt. Und um das zu beurteilen, dafür sind wir da".

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