AK fordert Offensivpaket gegen alarmierende Rekord-Arbeitslosigkeit

Linz (OTS) - Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich kann nicht mehr akzeptiert werden. "Bei der morgen, Dienstag, beginnenden Regierungsklausur muss endlich ein wirksames Paket gegen die Rekordarbeitslosigkeit geschnürt werden", verlangt AK-Präsident Johann Kalliauer von den Staatsspitzen. Dringend notwendig sind Maßnahmen, die die Konjunktur beleben, mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik und eine Verkürzung der Vollarbeitszeit.

Die Arbeitsmarktzahlen vom Dezember sind Besorgnis erregend: Mit 428.123 Personen erreichte die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung einen Rekordwert. Hinzu kommen 6055 Lehrstellensuchende. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der erwerbslosen Personen um rund 97.000 angestiegen!

"Auch in Oberösterreich spitzt sich die Lage dramatisch zu, hier gibt es einen überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit", so AK-Präsident Kalliauer. In Oberösterreich waren im Dezember 56.145 Personen arbeitslos oder in einer Schulung. Damit wurde das Krisenniveau aus dem Jahr 2009 - damals waren 51.922 Personen ohne Beschäftigung - deutlich überschritten.

Beängstigend ist auch die Arbeitsmarktlage bei den jungen Menschen: Aktuell sind 83.204 Jugendliche entweder arbeitslos, in Schulung oder auf Lehrstellensuche. Alleine in Oberösterreich gibt es 12.943 Jugendliche ohne Beschäftigung.

Zu Beginn der Finanzkrise 2008/09 wurden rasch zwei Konjunkturpakete geschnürt, das Instrument der Kurzarbeit intensiviert und die Jugendausbildungsgarantie eingeführt. Das gleiche Engagement gegen Arbeitslosigkeit fordert Kalliauer auch jetzt von der Bundesregierung, aber auch den Landesregierungen. "Bei der Regierungsklausur morgen und übermorgen muss die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das zentrale Thema sein", verlangt der AK-Präsident.

Konkret schlägt die AK ein Offensivpaket zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit und zur Ankurbelung der Wirtschaft vor. Dringend notwendig sind Investitionen in die Schulinfrastruktur (Ganztagesbetreuungen), in den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, vor allem bei den Unter-Dreijährigen, und in den Ausbau von Pflegeeinrichtungen.

Gefordert werden mehr finanzielle Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik, damit eine bessere qualitative Betreuung von Arbeitslosen durch das Arbeitsmarktservice weiterhin möglich ist.

Um die Rekordarbeitslosigkeit zu senken, ist auch eine Reduktion der (Voll-)Arbeitszeit ohne Arbeitsverdichtung nötig. Dies hat nicht nur positive Beschäftigungseffekte, sondern verbessert die Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/-innen und steigert gleichzeitig die Produktivität. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre die korrekte Abgeltung und der Abbau von Über- und Mehrarbeitsstunden durch höhere Zuschläge für die Betriebe (Überstunden-Euro) sowie die Einführung einer sechsten Urlaubswoche für alle Arbeitnehmer/-innen.

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