Stöger: Masern sind kein Kinderspiel!

Gesundheitsministerium präsentiert Kampagne zur Eliminierung von Masern

Wien (OTS) - "Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit", betonte Gesundheitsminister Alois Stöger heute Vormittag anlässlich der Präsentation der aktuellen Kampagne des Gesundheitsministeriums. "Masern sind für Kinder ebenso wie für Jugendliche und Erwachsene hoch ansteckend und können schwerwiegende Folgen haben. Ich rufe daher auf: "Schützen Sie sich und Ihre Familie. Lassen Sie sich impfen!"

Mit dem Nationalen Aktionsplan zur Eliminierung von Masern setzte das Gesundheitsministerium bereits im vergangen Jahr den ersten Schritt zur Ausrottung der Krankheit. "Unser Ziel ist es, eine 95-prozentige Durchimpfungsrate im ganzen Land zu erreichen. Denn ab diesem Wert tritt die Herdenimmunität ein, die sich wie ein solidarischer Schutzschirm über die Bevölkerung spannt", bekräftige Stöger. "Damit unterstützen wir das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO, diesen flächendeckenden Schutz zu gewährleisten. Denn ansteckende Krankheiten kennen keine Landesgrenzen."

Mit der neuen Kampagne des BMG soll nun darauf aufmerksam gemacht werden, dass Masern nicht unterschätzt werden dürfen. Pamela Rendi-Wagner, Sektionsleiterin für öffentliche Gesundheit im BMG: "Es ist unsere Aufgabe, darüber zu informieren, welche gesundheitlichen Folgen die Krankheit hat und welchen Nutzen die Impfung für einzelne und für die Gesellschaft hat." Die Kampagne umfasst neben Informationsmaterialien auch die Website www.keinemasern.at.

Masern - eine hochansteckende Krankheit mit schwerwiegenden Folgen Masern sind eine hochansteckende virale Infektionskrankheit, gekennzeichnet durch Fieber, Entzündung der oberen Atemwege und einen typischen Ausschlag. In 20 Prozent der Fälle gehen sie einher mit Komplikationen, wie z.B. einer Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung, einer postinfektiösen Masernenzephalitis (einer Entzündung des Gehirns) oder einer subakut sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) und können insbesondere bei schweren Komplikationen auch tödlich enden. Die Masern, eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt, werden nur durch infizierte und akut erkrankte Menschen übertragen. Diese erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion, entweder aerogen durch das Einatmen infektiöser Exspirationströpfchen (Sprechen) oder Tröpfchenkerne (Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen der infizierten Person (hierzu zählen auch verwendete Taschentücher).

Nur Impfen schützt!
Die Masernimpfung erfolgt in Form einer Kombinationsimpfung gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR). Es handelt sich um eine Lebendimpfung. Die darin enthaltenen Viren bewirken eine Reaktion des Immunsystems, die in der Folge vor Erkrankung durch Wildviren schützt.
1998 wurde in Österreich unter Gesundheitsministerin Eleonora Hostasch das Gratisimpfprogramm für Kinder ("Kinderimpfkonzept") eingeführt. Seither haben alle in Österreich wohnhaften Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr Anspruch auf bestimmte kostenfreie Impfungen u.a. gegen Masern, Mumps und Röteln. Die Impfung im Rahmen des Kinderimpfkonzepts erfolgt bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr bei Ärztinnen/Ärzten für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen/-ärzten für Kinderheilkunde sowie in den öffentlichen Impfstellen und in den Gesundheitszentren der Sozialversicherungen. Ältere Kinder werden auch im Rahmen von Schulimpfaktionen geimpft. Seit Sommer 2011 werden MMR-Impfstoffe für Nachholimpfungen von Personen bis zum Alter von 45 Jahren kostenfrei angeboten.
Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für Gesundheit, den Sozialversicherungsträgern und den Ländern getragen.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit
Christoph Ertl, BA, Pressesprecher
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Tel.: +43/1/71100/4505
christoph.ertl@bmg.gv.at
http://www.bmg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMG0001