Jungbauernschaft: Umweltprogramm ÖPUL vereinfachen und weiterentwickeln

Positionspapier an agrarpolitische Vertreter übergeben

Wien (OTS) - Die Österreichische Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend hat gemeinsam mit allen neun Landesorganisationen ein Positions- und Forderungspapier zur Neuausrichtung und Weiterentwicklung des agrarischen Umweltprogramms ÖPUL erstellt. "Gerade mit dem ÖPUL wurde ein Instrument geschaffen, um die umfangreichen Leistungen der heimischen Landwirtschaft in den Bereichen Ressourcenschutz, Biodiversität und Klima abzugelten. In mehreren Arbeitssitzungen haben wir uns im Bundesvorstand über neue Aspekte und Veränderungen Gedanken gemacht und daraus unsere Forderungen erstellt", teilt Bundesobmann Stefan Kast mit. Die Jungbauernschaft ist die größte agrarische Interessenvertretung der jungen Bäuerinnen und Bauern im ländlichen Raum.

Bürokratische Schikanen im ÖPUL beseitigen

Neben höheren Ausgleichszahlungen für die steigenden Aufwendungen im Bereich des Umweltschutzes ist ein Kernpunkt des Papiers die Einführung eines modularen Systems an Maßnahmen. So soll sich nach den Vorstellungen der Bauernbund Jugend jeder Landwirt aus einem Paket einzelne Maßnahmen auswählen können, die er dann umzusetzen hat. Von den Jungbauern werden somit mehr unabhängige, entkoppelte und eigenständige Maßnahmen gewünscht.

Qualität statt Quantität

Weiters wird angeregt, die Anzahl der ÖPUL-Maßnahmen niedrig zu halten, damit der Landwirt in einem sonst drohenden Konvolut nicht den Überblick verliert. Die möglichen Maßnahmen sollen aber dafür dementsprechend finanziell abgegolten werden. Darüber hinaus fordert die Jungbauernschaft, den Bauern unbedingt Rechts- und Planungssicherheit zu gewährleisten. Die AMA sollte ihre Vorgaben nicht abändern können, sondern innerhalb einer Periode beibehalten, wird betont.

Umwandlung des Herbstantrages hin zu einem Vertrag

Ein großes Anliegen der jungen Bäuerinnen und Bauern ist es, nicht als Bittsteller dargestellt zu werden. "Die heimischen Landwirte erbringen im Rahmen des ÖPUL Dienstleistungen für die Gesellschaft, die durch öffentliche Mittel finanziell abgegolten werden. Der Herbstantrag ist somit kein Ansuchen der Landwirtschaft, sondern ein Angebot der Bauern und Bäuerinnen an die Gesellschaft - daher wäre es wünschenswert, wenn in Zukunft von einem 'Vertrag' gesprochen wird", so der Bundesobmann.

Ausgewählte Forderungen im Bereich Ackerbau und Grünland

In der Sparte Ackerbau wünscht sich die Jungbauernschaft, dass im neuen ÖPUL die GVE-Grenze angehoben, wenn nicht sogar abgeschafft wird. Bezüglich der Maßnahme "Begrünung" sind veränderte Fristen beim Anbau und beim Umbruch erwünscht. Generell sollte die tatsächliche Begrünungsfläche gefördert werden, und zwar ohne Begrenzung, fordert die Bauernbund Jugend. Außerdem soll ein verstärktes Augenmerk auf energiereduzierte Bewirtschaftungsformen (Mulch- und Direktsaat) sowie auf die verlustarme Wirtschaftsdünger-Ausbringung gelegt werden. Neue Maßnahmen werden etwa zum Thema Bienenweide als auch zur Humusbilanz angeregt.

Im Bereich der Steilflächen-Bewirtschaftung wird gefordert, dass mehr Fördermittel zu den Bergbauern in extremen Lagen kommen, da nur so das Ziel einer flächendeckenden Bewirtschaftung erreicht werden könne. Die Bio-Maßnahme sollte beibehalten und unter dem Gesichtspunkt der Nachfrage weiterentwickelt werden, heißt es in dem Forderungspapier.

Das Papier wurde den entsprechenden Stellen im Landwirtschaftsministerium vorgelegt. Die Jungbauernschaft -Bauernbund Jugend will sich bei den abschließenden Verhandlungen intensiv einsetzen, damit möglichst viele Punkte daraus umgesetzt werden können.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischen Jungbauernschaft - Bauernbund Jugend
Mag. David Süß
Brucknerstraße 6/3, A-1040 Wien
Tel.: +43 1 505 81 73-23, E-Mail: d.suess@bauernbund.at, www.jungbauern.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0001