Khol: Erwarten Sozialrechtsänderungsgesetz zu Teilpension und Bonuspension bis Jahresmitte

"Gelungene Wege in den dritten Lebensabschnitt" als Kernpunkt der Jahresarbeit des amtsführenden Seniorenrats-Präsidenten

Wien (OTS) - Bei der heutigen Pressekonferenz des Österreichischen Seniorenrates hielt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und 2014 amtsführender Präsident des Österreichischen Seniorenrates zu seinem grundsätzlichen Jahresziel fest:

"Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung schon in Kürze ein Sozialrechtsänderungsgesetz vorlegt, das mit 01.07.2014 in Kraft tritt und Folgendes beinhaltet: Einführung der Teilpension, Einführung der Aufschub-Pension, Reform der Pensionskommission inklusive voller Mitbestimmung der Generationensozialpartner - also auch des Österreichischen Seniorenrates - sowie detaillierte Ausgestaltung des neuen Frühpensionsmonitorings, das ja mit Stichtag 30.06.2014 erstmals durchgeführt werden muss! Hinzu kommen Festlegungen, wie genau die Kontomitteilungen des Österreichischen Pensionskontos möglichst einheitlich, informativ und leicht lesbar zu gestalten sind. All dies selbstverständlich in voller Einbindung der gesetzlichen Interessenvertretung der mehr als zwei Millionen Älteren Österreichs - wie dies ja auch bei der Erstellung des Regierungsprogrammes erfolgte."

"Der Kernpunkt meiner Arbeit 2014 wird die gelungene Gestaltung des Überganges in den dritten Lebensabschnitt sein: Menschen planen von Geburt an alles sehr genau - nur ihren Pensionsantritt und ihre Pensionszeit planen sie nicht. Dies wirkt sich in vielen Situationen negativ auf Einkommen, Gesundheit und Lebensqualität im dritten und später auch im vierten Lebensabschnitt der Hochbetagten aus. Dazu nur ein Beispiel: Wer seine Pension vorzeitig antritt muss ab 2014 jedenfalls mit empfindlichen Abschlägen rechnen, das verringert die Pension maßgeblich, ist in der Lebensplanung der Menschen aber noch nicht in vollem Umfang angekommen", so Khol weiter.

Regierungsprogramm besser als sein medialer Ruf

"Wir Senioren haben dieses Regierungsprogramm aktiv mitverhandelt und stehen dazu. Entscheidend wird nun dessen Umsetzung, bzw. Einhaltung sein. Der unbestritten wichtigste Punkt darin: Ab 1.1.2015 werden alle Pensionen mit der vollen Teuerung angepasst. Dies ist im Regierungsprogramm ausdrücklich und unmissverständlich festgehalten. Damit hält die Bundesregierung den 2012 vereinbarten Vertrag:
Senioren akzeptieren 2013 und 2014 reduzierte Anpassungen (ausgenommen Ausgleichszulagen), ab 2015 werden aber alle Pensionen wieder voll angepasst", so Khol zum wohl wichtigsten Punkt für Österreichs Seniorinnen und Senioren.

Besondere Priorität in der Umsetzung des Regierungsprogramms habe für Khol neben den schon eingangs erwähnten Punkten des rasch zu erstellenden Sozialrechtsänderungsgesetzes auch die Förderung des barrierefreien Umbaus und des Einbaus modernster Technologien für eine unterstützte Wohnumgebung (Ambient Assisted Living), weil dies "qualifizierte Jobs für die Jungen vor Ort, starke Investitionsanreize in allen Regionen Österreichs und zugleich eine Verbesserung der Lebensqualität der Älteren" bringe. "Keine andere Offensivmaßnahme ist in der Lage, derart viel zum Vorteil aller Generationen Österreichs beizutragen", betont Khol dazu.

Seniorenrat empfiehlt Patientinnen und Patienten Verbleib im ELGA-System

Zu aktuellen Debatten um den Elektronischen Gesundheits-Akt (ELGA) hält der Seniorenrats-Präsident fest: "Unsere Mitglieder haben seit mehr als einem Jahrzehnt nachgefragt: Warum muss ich dauernd alle Befunde, Medikamentenlisten, etc. mit mir herumtragen? Warum kann man das nicht speichern? ELGA bietet endlich diese Möglichkeiten: Schutz vor Doppelmedikaktion, Verhinderung von unnötigen Doppelbefunden, Zugriff auf Daten wo Patienten dies wünschen. Wichtig dabei: Die Daten sind NICHT auf Ihrer e-Card gespeichert! Die e-Card bleibt weiterhin ausschließlich der Schlüssel zum System. Auch muss die Abmeldung von ELGA überhaupt nicht sofort erfolgen - dies bleibt weiterhin jederzeit möglich. Warten Sie den Start der Inhalte 2015 ab und sehen Sie sich dann im Detail an, welche Teile dieser Dienstleitung sie nutzen möchten oder eben nicht!"

Senioren-Konsumenten besonders schützen: Schutz vor Bankprodukten, die Senioren nicht wollen.

"Zu der zuletzt bekannt gewordenen Praxis, bei der einige Banken ohne nachzufragen, Bankomatkarten ausgeben, bei denen Kleinbeträge auch ohne Eingabe des PINs abgebucht werden können, halten wir ausdrücklich fest: Bitte tun Sie das Ihren Senioren-Kunden nicht an! Sie sind so schon unsicher genug, setzen sogar die Bankomatkarte nur sparsam ein. Wir verlangen, dass die Ausstellung einer solchen Sonderfunktionskarte der ausdrücklichen Zustimmung der Bankkunden bedarf. Es ist unsere Aufgabe, Senioren vor Produkten zu schützen, die sie ausdrücklich nicht wollen", so Khol zu einem zweiten aktuellen Punkt in diesem Bereich.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund, stv. Generalsekretärin Susanne Walpitscheker, Tel.: 0650-581-78-82, swalpitscheker@seniorenbund.at,
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