Österreich muss in der Syrien Hilfe deutlich an Fahrt gewinnen

Diakonie fordert Teilnahme Österreichs an Resettlement-Programmen und sicheren Schutz für Syrien-Flüchtlinge in Österreich

Wien (OTS) - "Österreich hat bisher nur 500 Plätze für syrische Flüchtlinge zugesagt, und von diesen sind Monate nach dem Versprechen erst 150 in Österreich angekommen. Gleichzeitig werden unbeirrt weiterhin Syrer, die das Mittelmeer und Lampedusa überlebt haben, nach Italien abgeschoben", kritisiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich die bisherige Aufnahmeprozess von Syrienflüchtlingen in Österreich.

Die wenigen Menschen, die bisher über das Aufnahmeprogramm gekommen sind, werden zunächst in Grundversorgung aufgenommen und kommen dann meist bei Verwandten unter. Es sind dies jene Flüchtlinge, die hauptsächlich aufgrund eines Vorschlages der syrisch-orthodoxen Kirche nach Österreich kommen und die auch verwandtschaftliche Beziehungen im Land haben.

Doch nun werden bald jene kommen, die von UNHCR ausgewählt wurden, und die besonders schutzbedürftig sind, also Menschen mit Krankheiten, Behinderungen, traumatischen Erlebnissen, alleinstehende Frauen und Kinder. "Für diese Menschen braucht es ein entsprechend gut ausgestattetes Aufnahmeprogramm mit guter Betreuung und Hilfestellung zur Integration", betont Chalupka. "Denn wenn Österreich lediglich 500 Flüchtlinge aufnimmt und auch nicht bereit ist, diese Zahl, angesichts der Katastrophe in Lampedusa drastisch zu erhöhen, dann sollte wenigstens klar sein, dass sie hier ein Aufnahmeprogramm erwartet, von dem die Flüchtlinge menschenwürdig leben können und mittels dessen sie auch entsprechend gut betreut werden können", so der Diakonie Direktor.

"Besonders schutzbedürftige Menschen brauchen für ihre Integration natürlich etwas länger, als andere Flüchtlinge. Wichtig ist dabei, dass sie nicht nach Ende des Aufnahmeprogrammes in Österreich auf der Straße stehen müssen, weil das Programm zu kurz bemessen war", warnt Chalupka.

Abschließend erneuert die Diakonie ihren Appell an die Regierung, deutlich mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen und sich endlich und dauerhaft am internationalen Resettlement Programm zu beteiligen. "Darüber hinaus muss Österreich allen syrischen Flüchtlingen, die es über den Landweg nach Österreich geschafft haben, ein Verfahren in Österreich garantieren, und niemanden mehr in die Länder an die Außengrenzen Europas abschieben", so Chalupka abschließend.

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