AK-Hochwasserhilfe: Fast 400.000 Euro an geschädigte Arbeitnehmer

Linz (OTS) - Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat 358 Mitglieder, deren Häuser im Juni vom Hochwasser geflutet wurden, mit insgesamt 389.900 Euro unterstützt. "Die Aufräumarbeiten und das Beseitigen der Schäden haben die Opfer viel Geld und Nerven gekostet. Zumindest finanziell konnten wir unseren Mitgliedern ein wenig unter die Arme greifen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Arbeiterkammer stand ihren Mitgliedern mit zwei Arten von finanziellen Unterstützungen zur Seite: mit einer nicht rückzahlbaren Einmalzahlung von bis zu 1000 Euro sowie mit einem zinsenlosen Kredit von bis zu 7000 Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren, tilgungsfrei im ersten Jahr, der in Kooperation mit Kreditinstituten angeboten wurde.

Insgesamt wurden 399 Anträge gestellt. Die Einmalzahlung haben 324, den Kredit 34 Mitglieder in Anspruch genommen. 41 Anträge konnten aufgrund fehlender Unterlagen noch nicht bearbeitet werden.

Viele waren auch 2002 betroffen

Jeder Cent der AK-Hilfe wurde notwendig gebraucht, wie zahlreiche Dankes-Briefe belegen. So schrieb zum Beispiel Familie Sch.: "Unser Haus, das wir nach dem Hochwasser 2002 mit viel Liebe hergerichtet haben, ging nun wieder in den Fluten unter. Unter anderem dank Ihres Beistandes konnten wir unser Heim auch diesmal wieder bewohnbar machen." Auch Familie Sp. gehörte sowohl 2002 als auch 2013 zu den Hochwasser-Opfern. "Ohne die rund tausend Arbeitsstunden, die wir selbst geleistet haben, belief sich der Schaden auf 33.000 Euro. Doch nur 25.800 Euro wurden durch Versicherung, Land Oberösterreich und Spenden ersetzt. Die AK-Unterstützung kam da genau richtig", stand in ihrem Brief.

Schaden von Steuer abschreiben

Kalliauer rät allen Hochwasseropfern, die offenen Schadenskosten -also Gesamtschaden abzüglich Zahlungen aus dem Katastrophenfonds und von Versicherungen - als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abzusetzen. Katastrophenschäden werden ohne Selbstbehalt bei der Arbeitnehmerveranlagung anerkannt.

Neu: Dienstfreistellung auch für Arbeiter

Für die eigenen betroffenen Mitarbeiter/-innen hat es - wie in etlichen anderen Betrieben auch - individuelle Dienstfreistellungen gegeben. "Wenn zu Hause der Schlamm auszuhärten beginnt und das Entrümpeln ansteht, kann sich sowieso niemand auf die Arbeit konzentrieren", so Präsident Kalliauer.

Laut Angestelltengesetz haben angestellte Mitarbeiter/-innen bei einer Dienstverhinderung aus persönlichen Gründen Anspruch auf bezahlte Freistellung. Seit Jahresbeginn gilt dieser gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Katastrophen und persönlicher Betroffenheit auch für Arbeiter/-innen. "Mit dieser Angleichung haben wir für Arbeiter einen wertvollen Erfolg erreicht, auch wenn ich hoffe, dass dieses neue Recht möglichst wenige in Anspruch nehmen müssen", sagt Kalliauer. "Katastrophen sind immer etwas Schlimmes, der bezahlte Freistellungsanspruch nimmt aber ein bisschen Druck von den Beschäftigten."

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