Junge Wirtschaft: Trotz positiver Wirtschaftsaussichten bleiben Jungunternehmer abwartend

JW-Bundesvorsitzender Rohrmair-Lewis präsentiert aktuelle Konjunkturumfrage: "Regierung muss rasch konkrete Maßnahmen setzen, um abwartende Stimmung zu mindern"

Wien (OTS/PWK007) - "Jungunternehmer erwarten sich grundlegende Reformen und mehr als ein paar positive Signale von der Politik. Die neue Bundesregierung hat die Chance durchzustarten und rasch Impulse für junges Wachstum zu setzen", erklärt Herbert Rohrmair-Lewis, seit 1. Jänner 2014 Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), bezugnehmend auf die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage unter rund 1.100 Jungunternehmern. Diese sprechen eine klare Sprache: Trotz steigender Eigenkapitalquote und positiver Wirtschaftsaussichten sind konkrete Maßnahmen statt leerer Versprechungen von der Politik gefragt, um der abwartenden Stimmung entgegenzuwirken: "Es ist schon fünf vor zwölf für notwendige Maßnahmen, die uns helfen wieder Meter gut zu machen", unterstreicht Rohrmair-Lewis.

Konstant verhaltene Einschätzung der Wirtschaftslage

Auf die Frage nach der Einschätzung zur Entwicklung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Monaten hat sich im Vergleich zum Sommer praktisch kaum etwas verändert. 22 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung der Situation (August 2013: 20 Prozent). 29 Prozent (August 2013: 33 Prozent) gehen davon aus, dass die Lage unverändert bleibt. Fast die Hälfte der Befragten - 47 Prozent (August 2013: 46 Prozent) - erwartet eine Verschlechterung. Trotz der Kontinuität lässt sich seit Dezember 2011 (12 Prozent) ein zaghafter Aufwärtstrend erkennen, was den positiven Wirtschaftsausblick betrifft.

Grundstimmung bei Investitionen bleibt abwartend

Trotz der positiven Wirtschaftsaussichten ist mit wenig Veränderung bei den Investitionsaktivitäten zu rechnen. 46 Prozent (August 2013: 44 Prozent) der befragten Jungunternehmer geben an, konstant viel investieren zu wollen. Das ist ein leichtes Plus im Vergleich zum Sommer. 21 Prozent (August 2013: 21 Prozent) planen eine Anhebung ihrer Investitionen, und 31 Prozent (August 2013: 31 Prozent) werden diese zurückfahren. Im Langzeitvergleich zeigt sich, dass die Kluft zwischen jenen, die investieren wollen, und jenen, die ihre Investitionsaktivitäten beschränken wollen, zugunsten der zweiten Gruppe größer wird. "Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit für rasche Maßnahmen im Bereich der alternativen Finanzierungsformen, damit junge Unternehmen mehr in ihr Unternehmen investieren können", betont Rohrmair-Lewis.

Ein Drittel plant Aufnahme eines Mitarbeiters

Ein knappes Drittel der Befragten plant einen Mitarbeiter einzustellen, während die restlichen zwei Drittel einen solchen Schritt momentan nicht in Betracht ziehen. "Um mehr Jungunternehmer zur Einstellung eines Mitarbeiters zu bewegen und junges Wachstum zu fördern, brauchen wir positive Signale der Politik. Je schneller desto besser", so Rohrmair-Lewis.

Junge Wirtschaft: Wesentliche Verbesserungen erreicht

Anfang des Jahres folgte Herbert Rohrmair-Lewis Markus Roth als neuer Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. Nach vier Jahren Amtszeit zieht der ehemalige Bundesvorsitzende nun positive Bilanz:
"Die letzten Jahre brachten wesentliche Verbesserungen. So bewirkte die Anhebung der Prospektpflichtgrenze von 100.000 Euro auf 250.000 Euro einen ersten Schritt zur notwendigen Freisetzung des Potenzials bei ergänzenden Finanzierungsformen. Außerdem schaffte die Umsetzung der 10.000 Euro GmbH wesentliche finanzielle Erleichterungen für Jungunternehmer und Gründer und ist somit ein großer Erfolg". "Umso mehr muss jetzt verhindert werden, dass die GmbH-Reform nun wieder rückgängig gemacht werden soll", betonen Rohrmair-Lewis und Roth unisono. Mit Kampagnen wie "Schulden runter, Zukunft rauf" machte die Junge Wirtschaft kontinuierlich auf die prekäre Wirtschaftssituation in Österreich aufmerksam und plädierte regelmäßig für eine umfassende Pensions- und Verwaltungsreform um Schulden abzubauen", so Roth abschließend.

Innovation als programmatischer Schwerpunkt des neuen Bundesvorsitzenden

"Der Schwerpunkt meiner Arbeit wird auf Innovation und Wachstum -beides zentrale Themen für die zukünftige Entwicklung unserer Wirtschaft - liegen", erklärt der neue Bundesvorsitzende Rohrmair-Lewis. In Österreich, mit seinen vielen KMUs, sei ein umfangreiches Potenzial vorhanden. Dieses Potenzial gelte es zu heben und so zu nutzen, dass der heimische Lebens- und Wirtschaftsstandort nachhaltig gesichert wird, so Rohrmair-Lewis.

Vereinfachen und entlasten: Senkung der Lohnnebenkosten und Anhebung der Grenze geringwertiger Wirtschaftsgüter

Als essentiell sieht der neue JW-Chef auch den Abbau und die Vereinfachung von Verwaltungs- und Bürokratiehürden, wie beispielsweise den hohen administrativen Aufwand bei F&E -Förderungen. Daneben existieren unnötige finanzielle Erschwernisse, die insbesondere Jungunternehmer treffen. Dazu zählen die hohen Lohnnebenkosten, die Mindest-KöSt oder die niedrige Absetzbarkeit von geringwertigen Wirtschaftsgütern. "Konkret sollen die Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr komplett abgeschafft werden und die Grenze für die Absetzbarkeit bei geringwertigen Wirtschaftsgütern von 400 Euro auf 1000 Euro angehoben werden", fordert Rohrmair-Lewis.

Erhöhung der Prospektpflichtgrenze und Freibetrag von 50.000 Euro gefordert

Zu alternativen Unternehmensfinanzierung konkretisiert Rohrmair-Lewis: "Wir schlagen ein Stufenmodell vor. Dabei wird die Prospektpflicht auf 5 Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig soll es je nach Investitionsvolumen gestaffelte Informationspflichten geben. Außerdem tritt der JW-Bundesvorsitzende für die Änderung des Einlagebegriffes im Bankwesen-Gesetz ein. Abseits von Crowdfunding fordert die Jungunternehmervertretung einen Business Angels-Freibetrag von 50.000 Euro für Investitionen in KMU.

Staatsschulden verhindern Innovation: Smarter Staat muss her!

Einen weiteren Schwerpunkt der kommenden Jahre bildet das Thema Generationengerechtigkeit und Schuldenabbau. Überbordende Staatsschulden verhindern Innovation. Österreich bezahlt pro Jahr mehr als 8 Milliarden Euro nur an Zinsen für seine Staatsschulden. "Dadurch fehlen einerseits Mittel für Zukunftsinvestitionen, andererseits steigen die steuerlichen Belastungen immer stärker, um den Staat finanziell über Wasser zu halten. Zwischen diesen beiden Blöcken droht die junge Generation und mit ihr großes Innovationspotential zerrieben zu werden", kritisiert Rohrmair-Lewis.

Die JW werde daher weiterhin als Sprachrohr der jungen Generation deren Anliegen gegenüber der Politik vertreten. Dazu zählen etwa eine tiefgreifende Reform des Pensionssystems oder eine Reform der Verwaltung, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. "Ein smarter Staat ist ein zentrales Element zur Stärkung der Innovationskraft", so Rohrmair-Lewis abschließend. (ES)

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