VP-Obernosterer: Wohnbauförderung rauf, Mieten runter

Wohnbauförderung anheben, doppelter Effekt: langfristig leistbares Wohnen durch gesteigerten gemeinnützigen Wohnbau und notwendiger Impuls für Bauwirtschaft

Klagenfurt (OTS) - "Wenn wir in Kärnten Wohnen langfristig leistbar machen wollen, müssen wir den Wohnungsbau durch gemeinnützige Bauträger forcieren. Das geht nur mit der Anhebung der Wohnbauförderung. Damit packen wir das Übel an der Wurzel", sagt heute VP-Obmann Gabriel Obernosterer. Vor allem sei eine gesteigerte Wohnbautätigkeit auch ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft.

"In Kärnten wurde die Wohnbauförderung von 70 % auf 35 % Förderung reduziert und damit unattraktiv. Es belegen sämtliche Studien von Arbeiterkammer bis zu IHS und WIFO, dass das Zurückziehen der öffentlichen Hand aus dem Bau die negativen Zahlen in der Bauwirtschaft mit verursacht", weist Obernosterer hin. Allein von 2012 auf 2013 verbuchte die Kärntner Bauwirtschaft in Minus von 14,7 %. Im selben Zeitraum ist die Wohnbauförderung um über 20 Mio. Euro gesunken.

40 % der Beschäftigten im Bauwesen entfallen auf den Wohnbau. "Eine Studie der Arbeiterkammer legt auf den Tisch: Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro im Wohnbau bewirken 1.090 zusätzliche Beschäftigte!", so Obernosterer.

Für die Wohnbauförderung stehen aktuell 85 Mio. Euro zur Verfügung, 2012 waren es noch 106 Mio. Euro, 2008 waren es 135,3 Mio. Euro. Außerdem seien der Wohnungsmarkt bzw. die Mieten nur über einen gesteigerten Wohnungsbau durch gemeinnützige Träger in den Griff zu bekommen. "Den Privatmarkt kann niemand anderer beeinflussen als die Nachfrage. Und gerade im städtischen Bereich haben wir im gemeinnützigen Wohnbau großen Nachholbedarf und ewige Wartezeiten für eine Wohnung", sagt Obernosterer. Kärnten sei bei der Wohnbauförderung innerhalb Österreichs absolutes Schlusslicht, bei der Wohnbeihilfe jedoch liege Kärnten genau im Mittelfeld.

In einer Anhebung der Wohnbeihilfe sehe er, Obernosterer, nicht den nachhaltigen Weg, der die Menschen entlastet. So sei die Wohnbeihilfe in Kärnten von 2012 auf 2013 auch verdoppelt worden von 13 Mio. Euro auf 25,5 Mio. Euro, für 2014 seien 28 Mio. Euro budgetiert. "Diese Maßnahme würde weder dem Bauwesen und dem Arbeitsmarkt helfen, noch langfristig für niedrige Mieten sorgen", betont Obernosterer.
Die Wohnbeihilfe werde auch an Bezieher von mehr als 850 Euro Einkommen ausgezahlt. Bei einer Anhebung der Einkommensgrenze würde jemand, der jetzt nur 850 Euro Einkommen hat, also gar nicht profitieren. Außerdem würden in Kärnten auch die Betriebskosten gefördert, jedoch nur 50 % seien anrechenbar.

Allein die Betriebskosten seien laut Obernosterer in den letzten Jahren aber nachweislich die Kostentreiber gewesen.

Obernosterer: "Wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Aber wir müssen Lösungen auf den Tisch legen, die Effekte auf den Arbeitsmarkt haben und vor allen nachhaltig wirken. Schnellschüsse haben in der Vergangenheit nichts gebracht, auch wenn sie politisch vielleicht gut verkaufbar waren", erklärt Obernosterer.

Aktuelle Beispiele für Miet- und Betriebskosten in gemeinnützigen Wohnbauten:
90 m2, Klagenfurt: 640 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung und Tiefgarage
88 m2, STRASSBURG, 422 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung
99 m2, ARNOLDSTEIN, 563 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung
65 m2, SPITTAL, 428 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung
88 m2, KLAGENFURT Fischl, 508 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung
78 m2, VÖLKERMARKT, 606 Euro inkl. Betriebskosten, Heizung

Beispiele für die Wohnbeihilfe (Quelle: Landesregierung, Wohnbau):
Jungfamilie in Neuhaus, 2 Kinder, 100 m2
Monatseinkommen: 1.280 Euro
Wohnungskosten: 380 Euro netto + 125 Euro Betriebskosten WOHNBEIHILFE: 380 Euro

Familie 1 kind in der stadt, 80 m2
Monatseinkommen: 1.200 Euro
Wohnungskosten: 320 Euro + 105 Euro Betriebskosten
WOHNBEIHILFE: 234 Euro

Laut Arbeiterkammer leben in Kärnten in Hauptwohnsitzwohnungen:
33 % in Mietwohnungen
1 % in Untermiete
3 % in Werkswohnungen
51 % in Einfamilienhäusern
6 % in Eigentumswohnungen

(SCHLUSS)

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP Kärnten
Presseabteilung
Tel.: +43 (0)463 5862
landespartei@oevpkaernten.at
www.oevpkaernten.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LKV0001