Reptilien als Heimtiere nicht nur ungeeignet, sondern auch eine Gefahr für Gesundheit

VIER PFOTEN verweist auf neue Studie und fordert erneut verpflichtenden Sachkunde-Nachweis

Wien (OTS) - VIER PFOTEN sieht sich durch eine neue französische Studie bestätigt, der zufolge Schlangen, Eidechsen, Schildkröten und andere Reptilien bei Kleinkindern schwere Infektionskrankheiten hervorrufen können. Die Tierschutzorganisation hatte in der Vergangenheit immer wieder auf Probleme in der Haltung von Reptilien hingewiesen und betont, dass sie als Heimtiere ungeeignet sind. Französische Wissenschaftler haben nun am 7. Jänner im "Bulletin epidemiologique hebdomadaire" (BEH) vor allem vor den Gefahren einer Salmonellose und von Hirnhautentzündungen bei Kindern gewarnt.

"Die Haltung von exotischen Heimtieren ist nicht nur aus Tierschutzsicht höchst problematisch", sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Indra Kley. "Auch stellen diese Tiere oft eine Gefahr für die Sicherheit dar. Und wie die französischen Wissenschaftler nun bestätigen, gibt es zudem berechtigte gesundheitliche Bedenken, vor allem für Kinder." In der Vergangenheit wurde in verschiedenen Studien immer wieder vor den Gefahren von Zoonosen, d.h. Infektionskrankheiten, die von den exotischen Wildtieren auf Menschen übertragen werden können, gewarnt. Erst im November 2013 stellten Forscher der Universität Leipzig und des Robert Koch Instituts in Deutschland eine Verbindung zwischen der Haltung von Reptilien und der Übertragung von Salmonellen auf Kinder her.

Besonders problematisch für VIER PFOTEN ist dabei, dass die Beratung beim Verkauf der Tiere in vielen Fällen völlig unzureichend und teilweise irreführend ist. Indra Kley: "Unsere eigenen jahrelangen Recherchen haben oft schockierende Ergebnisse gebracht. Leider gibt es viele Verkäufer, die anscheinend über keinerlei Fachwissen verfügen und dementsprechend schlecht beraten." So wurde etwa bei einem fingierten Verkaufsgespräch auf der Reptilienmesse "Exotica" die Bartagame vom Anbieter als besonders geeignetes Heimtier für die Haltung in einer Kindergartengruppe angepriesen. Mögliche Infektionsgefahren oder angemessene Schutzmaßnahmen wurden mit keinem Wort erwähnt. "Bisher haben uns alle Verkäufer versichert, dass absolut kein Risiko besteht. Ebenso wenig weiß das Personal in der Regel über die ganz besonderen Bedürfnisse von Reptilien Bescheid, die eine artgerechte Haltung eigentlich unmöglich machen", sagt Indra Kley.

VIER PFOTEN fordert daher erneut einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Halter von Reptilien. Die Tierschutzorganisation unterstützte auch den bereits in der vorigen Legislaturperiode an den zuständigen Minister Alois Stöger gerichteten parlamentarischen Initiativantrag der Oppositionsparteien: Dem zufolge sollte neben der Pflicht zum Sachkundenachweis der Kauf exotischer Tiere durch Private generell stark eingeschränkt werden und Tierbörsen wie die "Exotica" verboten werden. "Passiert ist bislang nur leider überhaupt nichts in diese Richtung. Wir fordern die neue Regierung auf, den Worten endlich Taten folgen zu lassen und die Vorschriften für die Privathaltung von exotischen Heimtieren deutlich zu verschärfen", sagt Indra Kley.

Auf lange Sicht fordert VIER PFOTEN ein generelles Verbot der privaten Haltung exotischer Tiere. "Man kann den speziellen Bedürfnissen dieser sensiblen Tiere in unseren Haushalten schlicht nicht gerecht werden", fasst es Indra Kley zusammen.

Links zu den erwähnten Studien:

http://www.invs.sante.fr/beh/2014/1-2/2014_1-2_1.html
http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=20634

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