Neues Volksblatt : "Unter Beobachtung" von Markus Ebert

Ausgabe vom 9. Jänner 2014

Linz (OTS) - Als öffentlicher Zwischenrufer an die Bundespolitik hat sich LH Josef Pühringer bisher kaum betätigt. Wenn er Botschaften medial in Richtung Wien adressierte, dann ging es in der Regel um berechtigte oberösterreichische Anliegen, die er als Landeshauptmann eingefordert hat und umgesetzt sehen will - Beispiel Linzer Westring, Beispiel Medizin-Fakultät.
Wenn Pühringer daher ankündigt, er werde sich "als Mahner und Wächter im Bund einmischen, dass versprochene Reformen auch angegangen werden", dann ist das mehr als eine verbale Breitseite. Der Landeshauptmann weiß ganz genau, dass es um viel mehr geht als bloß um den Ruf der Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP oder um den Ruf der Politik ganz allgemein. Gewinnt die Regierung das Vertrauen der Mehrheit der Wähler nicht durch entschlossenes Handeln zurück, dann überlässt man das Schicksal des Landes politischen Gauklern. Geradezu exemplarisch hat das Team Stronach vorgeführt, wie Wählerstimmen verschwendet werden können; wer seinen Protest auf diese Weise äußern wollte, steht nun vor dem Trümmerhaufen einer Milliardärslaune. Sicher muss man den Regierungsparteien zugute halten, dass nicht alles ein Streit ist, was an unterschiedlichen Positionen ausdiskutiert werden muss. Aber: Dass sie unter strenger Beobachtung stehen, sollte die Neigung zum Regierungskonsens weiter erhöhen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001