Präsident Schmidinger: "Sensibilität für Autonomie aufbringen"

Appell beim uniko-Neujahrsempfang zur Sicherstellung der Rahmenbedingungen

Wien (OTS) - "Die Universitäten erwarten sich von jenen staatlichen Instanzen, welche ihnen die Autonomie eingeräumt haben und deshalb verpflichtet sind sie anzuerkennen, dass sie die notwendige Sensibilität aufbringen." Diesen Appell richtete der Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, am Dienstagabend anlässlich des uniko-Neujahrsempfangs an die Verantwortungsträger in der Republik. Als Adressaten nannte Rektor Schmidinger "die gesamte Bundesregierung", den neu gewählten Nationalrat, aber vor allem "das zuständige Bundesministerium - das sind Sie, sehr geehrter Herr Minister Dr. Mitterlehner, und Sie, sehr geehrte Damen und Herrn, die Sie im neuen Ministerium Funktion, Aufgabe und Zuständigkeit haben werden".

Dies bedeute, so der uniko-Präsident, über alle psychologische, historische und diskursive Feinfühligkeit im Umgang mit den Universitäten hinaus die Bereitschaft dafür zu sorgen, "dass die Bedingungen der Möglichkeit von Autonomie sichergestellt werden. Dazu gehören zum einen die rechtlichen Voraussetzungen, die klar und stabil geklärt sein müssen, das heißt nicht ad experimentum ausprobiert werden und auch nicht eine Halbwertszeit beliebiger Frequenz haben dürfen. Zum anderen sind es die finanziellen und ökonomischen Ausstattungen, die zu stimmen haben", stellte Schmidinger fest. "Fehlt es an ihnen, bleibt die Autonomie ein frommer Wunsch bzw. ein Thema von Sonntagsreden."

Studienplatzfinanzierung, die den Namen verdient

Der Präsident der uniko bekräftigte den Forderungskatalog an die Bundesregierung: "die konsequente Einführung der kapazitätsorientierten Budgetierung der Universitäten nach dem Modell, das diesen Namen verdient"; die finanzielle Sicherstellung der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018, hinsichtlich der Inflationsabgeltung wie auch einer "verbindlichen Annäherung an das Zwei-Prozent-BIP-Ziel", wie im Regierungsprogramm vorgesehen; zudem die Aufstockung der Mittel für die Grundlagenforschung auf ein international übliches Niveau - nicht nur bezogen auf die Universitäten, sondern ebenso auf den Wissenschaftsfonds und die Österreichische Akademie der Wissenschaften. Schmidinger: "Schließlich darf ich daran erinnern, dass die Zustimmung der Hochschulkonferenz zur Errichtung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Linz an eine zusätzliche Gestaltung des ganzen tertiären Sektors gebunden ist, die genauso pekuniäres Engagement erfordert wie die Errichtung besagter Fakultät."

Den Universitäten sei der "Engpass", in dem sich österreichische Staatshaushalt einmal mehr befinde, durchaus bewusst, erklärte der uniko-Präsident. "Wenn wir allerdings zur Kenntnis nehmen, was alles in schwindelerregender Höhe budgetiert, saniert und geschultert werden muss, dann legt sich die Vermutung nahe, dass selbst in angespannten Zeiten das Mögliche eine Frage der Priorisierung und des Wollens ist." Schmidinger forderte, dass der gesamte Bereich "Wissenschaft, Forschung, Erschließung der Künste, Bildung und Ausbildung" jenen Vorrang und jene Wertschätzung erfährt, der ihm als wichtigstem Zukunftsbereich dieses Landes gebührt. "Nicht zuletzt die Autonomie hat ihren Preis. Ist sie seitens des Staates und der Gesellschaft gewünscht, so sind beide auch angehalten, diesen zu übernehmen", so das Resümee des Präsidenten der Universitätenkonferenz.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5013

Rückfragen & Kontakt:

Manfred Kadi
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Universitätenkonferenz
Floragasse 7/7, 1040 Wien
Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24
Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22
Email: manfred.kadi@uniko.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | RKO0001