Mückstein: Konsequente Stärkung des niedergelassenen Bereiches und transparente Strukturen erforderlich

Grüne: Ambulanzgebühr ist nicht der richtige Weg

Wien (OTS) - Die neue Studie der MedUni Wien zeigt, dass die Spitalsrate in Österreich im EU-Vergleich zu hoch ist und dass vor allem die Ambulanzen und die FachärztInnen unkoordiniert und ohne Überweisung für Behandlungen in Anspruch genommen werden. Dabei handelt es sich um Behandlungen, die auch bei niedergelassenen ÄrztInnen erfolgen könnten.

"Wir brauchen ein klares gesundheitspolitisches Bekenntnis und konsequente Maßnahmen zur Aufwertung des niedergelassenen Bereiches", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, und ergänzt: "Wichtig ist eine Reform der Ausbildung der praktischen ÄrztInnen sowie eine bessere Honorierung von Leistungen an den Tagesrand- und Nachtzeiten."

Schon seit Jahren wird von einer notwendigen Entlastung der Spitäler und Ambulanzen gesprochen, die dazu notwendige konsequente Aufwertung und Stärkung des niedergelassenen Bereiches blieb aber aus. Die Krankenkassen verfolgen im niedergelassenen Bereich eine inkonsequente Doppelstrategie, die eine negative Entwicklung zur Folge hat. Einerseits soll der niedergelassene Bereich gestärkt werden, andererseits wird der freie Zugang zu den niedergelassenen Gesundheitsberufen über Gesamtverträge nicht gefördert bzw. sogar zurück gedrängt. "Die negativen Folgen haben die PatientInnen zu tragen: Fast alle niedergelassenen ÄrztInnen haben an den Tagesrandzeiten und an den Wochenenden ihre Praxen geschlossen. PatientInnen müssen dann mühsam recherchieren, um eine Behandlungsmöglichkeit zu finden", sagt Mückstein.

Ebenso wichtig ist es, die derzeit bestehenden hohen bürokratischen Hürden bei der Gründung von Gruppen- und Gemeinschaftspraxen zu beseitigen, auch die Anstellung von ÄrztInnen durch ÄrztInnen soll möglich werden. Auch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufen sollen ermöglicht werden.

"ÄrztInnen brauchen mehr bezahlte Zeit für ausführliche Beratung und Information der PatientInnen. Jede vierte bis fünfte PatientIn, die zum Hausarzt kommt, hat eine Krankheit, die auch psychisch (mit)bedingt ist. In der Allgemeinpraxis finden psychosoziale Komponenten zu wenig Beachtung, eine verstärkte Zusammenarbeit mit PsychotherapeutInnen und PsychologInnen wäre sicher sehr wirkungsvoll", ist Mückstein überzeugt.

Die Einführung einer Ambulanzgebühr wird von den Grünen nicht befürwortet. Sie hat sich bereits einmal als nicht zielführend erwiesen und wurde nach drei Jahren wegen anhaltendem Chaos und mangelnder Effizienz wieder abgeschafft.

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