Ausschreibungen im Sicherheitsbereich: Gewerkschaft vida fordert Abkehr vom Billigstbieterprinzip

Hebenstreit: Punkte im Regierungsübereinkommen dazu rasch umsetzen - Berufsbild und einheitliche Ausbildungsstandards müssen definiert werden

Wien (OTS/ÖGB) - Eine Abkehr vom Billigstbieterprinzip bei Ausschreibungen des Bundes, der Länder und Kommunen hin zur ausschließlichen Vergabe nach Qualitätskriterien fordert die Gewerkschaft vida. Das sei dringend notwendig, da sich auch der Bund immer mehr aus dem Bereich der öffentlichen Sicherheit zurückziehe und zunehmend Privatanbieter mit eigentlich hoheitsstaatlichen Sicherheitsaufgaben beauftrage. Insbesondere auf Bahnhöfen und Flughäfen sei die Polizei schon fast zur Gänze durch private Sicherheitsdienste ersetzt worden, sagt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der vida-Sektion Verkehr. +++++

"Für einen Zuschlag sind bei Ausschreibungen fast immer ausschließlich Preishöhen von Anbietern, aber kaum Qualitätskriterien bzw. Ausbildungsstandards des Personals entscheidend", kritisiert der Gewerkschafter. Als erster Schritt müsste deshalb gemäß Regierungsübereinkommen die Abkehr vom Billigstbieterprinzip umgesetzt werden. Die Gewerkschaft habe dazu auch gefordert, dass einheitliche Aufgaben- und Ausbildungsstandards für private Sicherheitskräfte im Rahmen eines zu erschaffenden Berufsbildes erarbeitet und beschlossen werden müssten.

"Sonst sehe ich hohe Sicherheitsniveaus akut gefährdet. Der Sparkurs der öffentlichen Hand darf nicht dazu führen, dass die verantwortungsvollen, sensiblen und gefährlichen Aufgaben beispielsweise der Polizei oder von SozialarbeiterInnen immer mehr von unzureichend ausgebildeten privaten Sicherheitskräften wahrgenommen werden", warnt Hebenstreit. Schließlich sei nicht zu übersehen, dass die öffentliche Hand und die Bewachungsunternehmen den Einsatzbereich privater Sicherheitskräfte - sei es nun in der Flüchtlingsbetreuung oder auch im Kranken- und Pflegebereich - zu erweitern beabsichtigen.

"Dabei geht es auch um die Sicherheit der bereits über 10.000 Beschäftigten im Bewachungsgewerbe", betont Hebenstreit. Die Beschäftigten müssten deshalb wissen, was sie tun bzw. nicht tun dürfen und wie man in heiklen oder gefährlichen Situationen richtig reagiere. "Eine qualifizierte Ausbildung erhöht auch die Chancen auf besseres Einkommen. Wettbewerb, Ausschreibungen und Einsparungen dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten und zulasten des Sicherheitsbedürfnisses der Gesellschaft ausgetragen werden", bekräftigt der vida-Gewerkschafter.

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