GPA-djp kritisiert Leibesvisitationen bei "Media Markt"-Beschäftigten

Angestellte in allen Filialen Österreichs werden jetzt über ihre Rechte aufgeklärt

Wien (OTS/ÖGB) - Etwas zu genau dürfte es die Geschäftsführung des Media Markts in Krems mit der Kontrolle der Beschäftigten genommen haben: Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) wurde von mehreren Beschäftigten darüber informiert, dass sie sich unlängst beim Verlassen ihres Arbeitsplatzes im Rahmen einer Taschenkontrolle sogar Leibesvisitationen unterziehen mussten."Unseren Informationen zufolge mussten sich alle Beschäftigten im Stiegenhaus nicht nur den Einblick in ihre Taschen und Jacken gefallen lassen, sondern wie potenzielle Verbrecher breitbeinig aufstellen und die Hände im Nacken verschränken, um sich von einem Detektiv und seiner Mitarbeiterin überprüfen zu lassen -eine völlig inakzeptable Vorgangsweise, zu der die Geschäftsführung auf keinen Fall berechtigt ist", kritisiert Peter Stattmann, GPA-djp-Regionalgeschäftsführer in Niederösterreich: "Selbst wenn einzelne Beschäftigte in ihrem Dienstvertrag einer Taschenkontrolle zugestimmt haben, legitimiert das keinesfalls zu einem derartigen Eingriff in die Menschenwürde, wie eine Leibesvisitation sie darstellt."

"Wir werden diesen Vorfall zum Anlass nehmen, die Beschäftigten in allen Media Märkten in Österreich zu kontaktieren", kündigt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, an: "Einerseits um sie zu ersuchen, uns allfällige Wahrnehmungen oder Erlebnisse im Rahmen von Taschenkontrollen in den letzten Wochen mitzuteilen und andererseits, um sie über ihre Rechte aufzuklären."

Taschenkontrollen sind Kontrollmaßnahmen, die die Menschenwürde berühren (§ 96 im Arbeitsverfassungsgesetz). Gibt es einen Betriebsrat, sind sie nur mit Betriebsvereinbarung zulässig, gibt es keinen Betriebsrat, müssen sie mit den ArbeitnehmerInnen vereinbart sein. Die Zustimmung zur Taschenkontrolle kann jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen werden. Eine Leibesvisitation noch dazu durch völlig unberechtigte Personen verletzt die Menschenwürde und kann auch nicht mit einer Betriebsvereinbarung wirksam vereinbart werden.

"Im Fall einer Leibesvisitation kommt es aber auch auf die Betroffenen selbst an, nämlich einfach derartige Übergriffe zu verweigern. So weit wollen wir es aber gar nicht mehr kommen lassen:
Wir fordern die Geschäftsführung von Media Markt auf, derartige Methoden künftig gefälligst bleiben zu lassen. Nach dem Einholen des Feedbacks der Beschäftigten und weiterer Überprüfung der Fakten werden wir weitere Schritte überlegen, so Proyer abschließend.

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